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Verdienstmedaille für Hans Ramer

Bamberg (cid) – Erzbischof Ludwig Schick hat den langjährigen Geschäftsführer des Heinrichs-Verlags, Hans Ramer, in den Ruhestand verabschiedet und ihm die Verdienstmedaille des Erzbistums verliehen. In einer Feierstunde würdigte Schick die Verdienste Ramers um die Bistumszeitung „Heinrichsblatt“ und die Printmedien. Dr. Klemens Deinzer, Vorstand der Joseph-Stiftung, zu der der Verlag gehört, sprach ihm seinen Dank aus. Ramer habe immer zum Wohl des Verlages gehandelt und große Herausforderungen zu bewältigen gehabt.
„Bei aller Digitalisierung brauchen wir eine Kultur des Buches und der gedruckten Medien“, sagte Erzbischof Schick im Bistumshaus St. Otto. Es dürfe nicht sein, dass Printmedien auf den Nullpunkt zurückgefahren werden. Hans Ramer habe sich stets für die Kirchenzeitung eingesetzt. Erfreulich sei, dass das „Heinrichsblatt“ von allen 27 deutschen Kirchenzeitungen seit Jahren diejenige mit dem geringsten Auflagenschwund sei.
Schick ging auch auf die Kooperationen mit den Medien in Eichstätt und Würzburg ein. Er unterstütze dies, verwies aber darauf, wie wichtig es sei, Regionales zu bewahren. „Dies haben Sie lebendig gehalten“.
In all den Jahren habe er Hans Ramer als geradlinigen, klaren und offenen Menschen kennengelernt, hartnäckig und gewissenhaft, sagte Klemens Deinzer. Dank seines Einsatzes und immer wieder neuer Ideen konnten Jahr für Jahr die Herausforderungen gemeistert werden.
Wolfgang Bullin, Chefredakteur der Würzburger Kirchenzeitung „Sonntagsblatt“ und Verlagsleiter, erinnerte sich an viele gemeinsame Bahnfahrten zu den überregionalen Zusammenkünften der Vertreter katholischer Kirchenzeitungen und Medien. Bei diesen Besprechungen habe Ramer „mit seiner direkten fränkischen Herzlichkeit“ die Dinge auf den Punkt gebracht.
Seit 2001 war Ramer auch Aufsichtsrat in der KONPRESS-Medien eG, dem ökumenischen Verbund kirchlicher Verlage, die für ihre Publikationen Anzeigen und Beilagen koordinieren.
Die Geschäftsführung übernehmen – zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben – in einer Doppelspitze Birgit Erhardt als bisherige Leiterin des Buchverlags – sie übernimmt auch den Bereich Anzeigen und Vertrieb – und Andreas Kuschbert, Chefredakteur des „Heinrichsblatts“. Beide freuten sich, dass ihnen ein „wohl bestelltes Haus“ übergeben wird.
Erinnerungen an eine lange Zeit im Verlag ließen die Mitarbeiter lebendig werden. In Versform hatten sie humorvoll zusammengestellt, was ihnen mit dem Weggang ihres Chefs fehlen wird. Doch Traurigkeit sollte die Verabschiedungsfeier nicht prägen. Dafür sorgte das musikalische Duo Boguslaw Lewandowski (Violine) und Beate Roux (Klavier), die unter anderem einen fröhlichen Tanz zum Besten gaben.
Er habe eine spannende Zeit mit Höhen und Tiefen erlebt, sagte Ramer in seinen Dankesworten. Den Verkauf des technischen Betriebs des St. Otto-Verlages bezeichnete er als Tiefpunkt. Dankbar zeigte er sich ob der Tatsache, dass man in den letzten 15 Jahren die Weichen für den Heinrichs-Verlag in die richtige Richtung gestellt habe.
Der scheidende Geschäftsführer bedankte sich bei Generalvikar Georg Kestel für die Zusammenarbeit mit dem Ordinariat. Außerdem dankte er der Redaktion und der ganzen Belegschaft von Kirchenzeitung und Verlag: „Nur mit einer guten Mannschaft lassen sich gute Ergebnisse erzielen.“ Seinen Nachfolgern wünschte er viel Erfolg.
Zur Aufgabe des Geschäftsführers des Heinrichs-Verlags hatte es immer auch gehört, die Heinrichsblatt-Leserreisen zu organisieren. Diese wird Hans Ramer nicht aus dem Auge verlieren und die eine oder andere nun in der Funktion des Teilnehmers und Begleiters miterleben.
Hans Ramer war 47 ½ Jahre in gleichen Verlag tätig. 1974 begann er im St. Otto-Verlag eine Lehre als Verlagskaufmann. Er arbeitete dann im Vertrieb und übernahm Mitte der 1980er Jahre die Vertriebs- und Versandleitung, Anfang 1999 auch die Leitung der Anzeigenabteilung. Kurz vor der Jahrtausendwende wurde der technische Zweig verkauft und der St. Otto-Verlag liquidiert. Der Verlag wurde dann unter dem Namen Heinrichs-Verlag weitergeführt.
Hans Ramer hat seit Dezember 2000 dort die Funktion des Geschäftsführers inne gehabt, inklusive der Verantwortung für Vertrieb und Anzeigen. Im Verlag werden auch Bücher, unter anderem das Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“, aber auch nicht-religiöse Publikationen, viele mit regionalem Bezug, herausgegeben.