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Eine Reise der Kontraste

Bamberg/St. Moritz (ku) – Traumhaft. Wunderschön Unvergesslich. – Das waren einige der Reaktion der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Leserreise des Heinrichsblattes Mitte Mai in die Schweiz. Der Blick auf das Matterhorn, die tosenden Fluten des Rheinfalls von Schaffhausen, die Fahrten mit dem Glacier- und Bernina-Express – sie werden den Reisenden mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben.

 

Nachdem die 35 Reisenden – unter ihnen auch Reiseleiter Wolfgang Riedinger vom Bayerischen Pilgerbüro – im Bus der Firma Spörlein Reisen aus Burg­ebrach Platz genommen hatten, ging die Fahrt in Richtung Freiburg, dem ersten Ziel. 

 

Gleich zu Beginn – und wie auch an den folgenden Tagen – gab es einen morgendlichen Impuls von Pfarrer i.R. Martin Battert, der als Geistlicher Begleiter erneut mit an Bord war. Seine Impulse und Gebete waren immer passgenau auf das Tagesprogramm abgestimmt. Und sollte einmal – so geschehen in Brig-Naters – der Impuls nicht im Bus möglich sein, so wurde kurzerhand die Morgenandacht ins Freie verlegt. 

 

Dass Freiburg mehr als nur sein Münster zu bieten hat, das zeigte Reiseleiter Wolfgang Riedinger bei einer Führung durch seine Heimatstadt. Dabei nutzte er eine ruhige Stelle im wunderschönen Stadtpark, damit sich die Reisenden untereinander vorstellen konnten. Viele von ihnen waren zwar „Wiederholungstäter“, doch es gab auch „Neulinge“, die jedoch schnell Kontakt zur Gruppe fanden.

 

Dass die mächtigen Glocken des Freiburger Münsters an diesem Nachmittag geläutet wurden, lag – zur Enttäuschung der Bamberger Reisenden – nicht daran, dass sie nach Freiburg gekommen waren, sondern vielmehr daran, dass Erzbischof Stephan Burger just an diesem Tag zwei Männer zu Priestern weihte. Aus diesem Grund war auch eine Besichtigung des Münsters nicht möglich, aber so mancher wagte dennoch einen kurzen Blick in das Gotteshaus, um den besonderen Moment einer Priesterweihe miterleben zu können.

 

Die Weiterfahrt von Freiburg nach Bern am zweiten Tag wurde schon kurz nach dem Start durch eine Verkehrskontrolle erst einmal für gut eine halbe Stunde unterbrochen. Doch das tat der Vorfreude auf die „gemütlichste Hauptstadt der Welt“ und dem Verwaltungssitz der Schweiz keinen Abbruch. 

 

Beim Gang durch die wunderbare Altstadt von Bern wurde dann der Regenschirm zu einem unverzichtbaren Begleiter, denn der Himmel öffnete zeitweise seine Schleusen. Doch die beiden örtlichen Reiseführer präsentierten in einer sehr charmanten Art ihre Stadt. Dass das Wetter nicht so mitspielte und es immer wieder Regenschauer gab, machte fast nichts aus, denn Bern hat dank seiner Lauben die mit sechs Kilometern Länge die längste wettergeschützte Einkaufspromenade der Welt. 

 

Zu den Höhepunkten des Aufenthalts zählte zweifellos der Besuch des Zytglogge, des Zeitglockenturms, der zu den Wahrzeichen der Stadt zählt. Der aus dem Mittelalter stammende Uhrturm beherbergt eine der ältesten Turmuhren der Schweiz. Ihr Uhrwerk besteht auf fünf kombinierten, in einem gemeinsamen Gehäuse untergebrachten Werken. Eines der beiden Schlagwerke setzt den Stundenschläger in der Turmspitze in Bewegung.  

 

Vorbei am Einstein-Haus – im 2. Stock des Hauses hatte Albert Einstein von 1903 bis 1905, als er beim Schweizer Patentamt arbeitete, eine Wohnung gemietet – zum Berner Münster, der größten und wichtigsten spätmittelalterlichen Kirche der Schweiz. Besonders beeindruckend war das Münsterportal mit seinen über 200 Sandsteinfiguren, die das Jüngste Gericht darstellen. Unübersehbar war aber auch der Berner Bär, das Wappentier der Stadt, des Bezirks und des Kantons Bern. So fand die Stadtführung ihren Abschluss am Bärenpark, in den das Wappentier noch immer gehalten wird. 

 

Am Nachmittag ging es mit dem Bus dann weiter durch das Wallis nach Naters, der Station für die nächsten zwei Tage. 

Fahren oder nicht fahren? Das war die große Frage am 3. Tag der Leserreise. Von Naters aus ging es mit der Matterhorn Gotthard Bahn nach Zermatt, bei Skifahrern, Kletterern und Wanderern sowohl im Sommer wie auch im Winter ein sehr beliebter Ort. Das Ortszentrum hat – trotz allen Wachstums – noch immer den Charakter eines typischen Walliser Bergdorfes. 

 

Nachdem sich die Wolken gelichtet hatten und sich das Matterhorn in seiner ganzen Schönheit zeigte, fuhr der Großteil der Reisenden mit der Zahnradbahn auf den Gornergrat, die seit 1898 die Touristen auf rund 3100 Meter Höhe bringt. Schon während der rund halbstündigen Fahrt gab es schon tolle Ausblicke auf die Bergwelt. Die Ausblicke vom Gipfel aus auf das Matterhorn und die umliegenden 4000er ließen bei strahlendem Sonnenschein die Minusgrade vergessen. Auch der Wind war nicht so stürmisch wie ursprünglich angekündigt. „Wir haben alles richtig gemacht“, war am Ende des Tages der einhellige Tenor zu diesem Tag. Aber auch diejenigen, die in Zermatt geblieben waren und von dort aus das Matterhorn sahen, haben den Tag genossen. 

 

Und am nächsten Tag wartete schon der nächste Höhepunkt: die Fahrt bei wiederum strahlendem Sonnenschein mit dem Glacier-Express – dem langsamsten Schnellzug der Welt – von Brig nach St. Moritz. Die mehrstündige Fahrt führte über rund 290 Brücken, durch fast 100 Tunnel und über den über 2000 Meter hohen Oberalppass. Spektakulär war die Fahrt durch die Rheinschlucht und über das weltberühmte 65 Meter hohe Landwasserviadukt. Zu sehen war aber auch der Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein bei Chur zu eigentlichen Rhein. 

 

„Der Tagesplan lebt von seinen Kontrasten.“ So hatte Pfarrer Martin Battert in seinem Morgenimpuls den 5. Tag der Leserreise angekündigt. Und er sollte Recht behalten. Bei der Fahrt mit dem Bernina-Express von St. Moritz – dort hatte es über Nacht geschneit – nach Tirano, erlebten die Reisenden Meisterwerke der Bahntechnik, tief verschneite Berge und Landschaften, aber auch das italienische Flair Tiranos, das nur durch den strömenden Regen getrübt wurde. 

 

Und wie es sich für Christi Himmelfahrt gehört, wurde in der Basilika Madonna di Tirano ein gemeinsamer Gottesdienst gefeiert. In seiner Predigt verwies Pfarrer Battert darauf, dass der Legende nach, Maria an diesem Ort, an dem heute die Basilika steht, den Menschen erschienen ist und in seiner Zeit der Not hineingesprochen hat. Battert: „Und wie immer weist Maria nicht auf sich selbst, sondern auf Christus. Sie führt den Blick nicht weg von der Erde, sondern auf Jesus Christus, der mitten im Leben der Menschen gegenwärtig ist, gerade bei jenen, die Trost brauchen, Hoffnung suchen und einen neuen Anfang erbitten.“ So sei diese Basilika eine „Spur des Glaubens, ein Ort, an dem viele Menschen gebetet haben. Ein Ort, von dem viele wieder aufgebrochen sind, um ihren Weg mit Christus weiterzugehen.“ 

 

Und mit Blick auf Christi Himmelfahrt verdeutlichte der Geistliche, dass Jesus sich zwar den Blicken der Menschen entzogen habe, „aber nicht unserem Leben. Er ist nicht einfach weg, er ist anders da.“ 

 

Auf dem Rückweg mit dem Bus nach St. Moritz kam dann nach dem verschneiten und verregneten Tag doch noch die Sonne heraus, so dass am höchsten Punkt, dem Bernina-Pass auf 2330 Metern Höhe, ein Ausstieg und eine kleine Schneeballschlacht möglich wurde. 

 

Das Element Wasser stand auch im Mittelpunkt des vorletzten Tages. Zunächst in der gefrorenen Form, als Schnee. So präsentierte sich St. Moritz zum Abschied erneut in einem weißen Gewand, nachdem es in der Nacht wieder geschneit hatte. Und bei der Fahrt über den Julier-Pass tauchte die Reisegruppe mitten im Mai nochmals in den tiefsten Winter ein. So gab es auf fast 2300 Metern Höhe dann ein Gruppenbild im Schnee. 

 

Am frühen Nachmittag wurde das nächste Ziel der Reise erreicht, Schaffhausen. Und hier stand das Wasser wieder im Mittelpunkt. Dieses Mal in flüssiger Form beim Besuch des berühmten Rheinfalls. Bei der Bootstour ging es erst zur deutsch-schweizerischen Grenze mitten im Rhein, ehe der Bootsführer sein Gefährt ganz nahe an die herabstürzenden Wassermassen lenkte. Ein atemberaubender Anblick und ein unvergessliches Erlebnis. 

 

Von der letzten Station Singen ging es zum Abschluss der Reise zunächst nach Lindau, wo Reiseleiter Wolfgang Riedinger die Gruppe durch die Altstadt und zum Hafen führte. Dabei konnten alle nicht nur den Sonnenschein, sondern auch das mediterrane Flair Lindaus genießen. 

 

Ohne Stau ging es dann mit dem Bus zurück in die fränkische Heimat.