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"Ich will Musik zu den Menschen bringen"

Bamberg (kem) – Saskia Altenschmidt ist Musikpädagogin und eigentlich von der Nordseeküste. Mit ihrem Berufsbild hätte sie in ihrer Heimat  in der Schule oder auch in der Musikschule unterrichten können, hätte Workshops anbieten und Kinder in die musikalische Früherziehung einführen können. Doch sie entschied sich für einen großen Umzug – über 600 Kilometer weit weg von ihrem Zuhause. „Dass ich einmal für die Kirche arbeite, habe ich mir so auch nicht gedacht“, sagt, die 28-Jährige. 

 

Altenschmidt bekleidet seit Oktober vergangenen Jahres eine von fünf Projektstellen, die das Erzbistum Bamberg für den Zeitraum von jeweils fünf Jahren ausgeschrieben hat. „Die Stellenbeschreibung gefiel mir sofort, vor allem, weil mir keine engen Rahmenbedingungen gesetzt wurden“, erklärt die studierte Musikpädagogin. Momentan erarbeite sie sich viel von ihrem Stellenprofil selbst. „Doch das passt mir gut, denn ich mag es, selbstständig zu arbeiten.“

 

Aber was soll eine Musikpädagogin im kirchlichen Umfeld eigentlich tun? Zumal Altenschmidt von sich selbst sagt, dass sie keine Kirchenmusikerin sei. „Der Schwerpunkt liegt tatsächlich, auch laut Stellenausschreibung, auf Popmusik“, weiß sie und ergänzt: „Ich will die Musik wieder mehr zu den Menschen bringen.“

 

Zwei halbe Stellen

 

Das funktioniert in ihren ersten Monaten im Dienst schon sehr gut. Zwar hat die 28-Jährige ihren Sitz im Schatten der Oberen Pfarre im Seelsorgebereich Bamberger Westen, doch ist die Stelle zweigeteilt. Je zur Hälfte arbeitet sie in Bamberg und im Seelsorgebereich Geisberg-Regnitztal, mit Sitz in Litzendorf. „Das sind zwei unterschiedliche Orte mit unterschiedlichen Bedürfnissen“, sagt sie mit Blick auf die Seelsorgebereiche. Bamberg sei musikalisch sehr gut ausgestattet. Hier gibt es einen Kirchenchor, Pastoralreferent Christian Schneider hat eine Kirchenband initiiert und vom hohen Dom herüber schallen unverkennbar die  Stimmen des Domchors und der Mädchenkantorei. In Litzendorf hingegen leistet sie eher Aufbauarbeit. „Hier wurde ich angefragt, einen Kinderchor ins Leben zu rufen, was auch gut funktioniert. Außerdem soll es in Sassanfahrt ab Pfingsten einen zweiten geben.“

 

Ihr musikalischer Schwerpunkt liegt dabei laut eigenem Empfinden definitiv auf dem Gesang. Aber Saskia Altenschmidt spielt darüber hinaus auch Klavier, Gitarre und Saxophon. Und sie hat auch die Schauspielerei im Blut. Diese hilft ihr, ein großes Projekt in Bamberg auf die Beine zu stellen. „Wir sind aktuell dabei, ein Ostermusical auszuarbeiten, das im kommenden Jahr zur Aufführung gebracht werden soll. Hierbei hilft ihr der Karmelitenpater Severin Tyburski. Diese hatte schon in diesem Jahr die Ostergeschichte kinder- und familienfreundlich aufgeschrieben. Diesen Text wollen nun beide als Grundlage für das Musical nehmen. „Wir gehen da eher narrativ vor, denn wir können ja schlecht ein Kind ans Kreuz nageln“, schmunzelt Altenschmidt. Daher wird es einen Erzähler geben, der die Geschichte rund um Jesu Tod und Auferstehung vorliest, während der Kinderchor im Hintergrund pantomimisch mitspielt und immer wieder eigens von der Musikpädagogin komponierte Lieder singt. „Das Ganze steckt noch in den Kinderschuhen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir es bis nächstes Jahr schaffen werden.“

 

Hoffen auf Fortsetzung

 

Im Team fühlt sich Saskia Altenschmidt sehr gut aufgehoben. „Sie lassen mich hier meine Ideen ausprobieren, stehen aber immer mit Rat und Tat zur Seite, wenn ich mal eine Frage habe.“ Man kann also sagen, dass sich die Norddeutsche gut in Franken eingelebt hat. So gut, dass sie sich durchaus vorstellen könnte, nach der Projektphase weiter hier zu arbeiten. „Das Ganze ist ein Experiment und sowohl ich als auch das Erzbistum müssen natürlich schauen, ob es bei den Menschen draußen ankommt. Wie es nach den fünf Jahren weitergeht, kann ich daher noch nicht sagen. Aber aktuell macht es mir  sehr viel Spaß.“