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„Verlässlicher Seelsorger mit tiefem Glauben“

Bamberg (ku/eob) – Das Erzbistum Bamberg trauert um den langjährigen Domkapitular und früheren Dompfarrer, Monsignore Dr. Gerhard Förch. Er starb am vergangenen Samstag kurz nach seinem 82. Geburtstag.

 

Erzbischof Herwig Gössl würdigte den Verstorbenen als einen Seelsorger mit großer Leidenschaft: „Monsignore Gerhard Förch hat über Jahrzehnte hinweg das geistliche Leben an unterschiedlichen Stellen im Erzbistum Bamberg und zuletzt in der Dompfarrei mitgeprägt. Dr. Förch war theologisch hochgebildet und stets interessiert an aktuellen Entwicklungen, nicht zuletzt in Fragen der Ökumene. Mit seiner Nähe zu den Menschen, seinem Engagement für die Jugendarbeit und seiner tiefen Verwurzelung im Glauben war er vielen ein verlässlicher Seelsorger und geistlicher Begleiter. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet und vertrauen ihn der barmherzigen Liebe Gottes an.“

 

Gerhard Förch wurde am 27. Januar 1944 in Fürth geboren und 1970 zum Priester geweiht. In einem Gespräch mit dem Heinrichsblatt betonte Dr. Förch, dass die Entscheidung für den Priesterberuf gewachsen sei. Die Familie war kirchenverbunden, seine Brüder und er waren aktive Ministranten in Fürth St. Heinrich. Ein „Pauluserlebnis“ habe er nicht gehabt. Vielmehr gaben ihm der Kontakt zu den Kaplänen seiner Pfarrei und zum Religionslehrer Orientierung für sein weiteres Leben. 

 

Fern von seinem Heimatbistum fand Förch seine Studienheimat in Innsbruck. Gerne erinnerte er sich an die internationale, offene und menschliche Atmosphäre seines Studienortes, an die Kontakte zu Studenten aus Südamerika, Spanien, aus Indien. Erst bei den Exerzitien kurz vor der Priesterweihe traf er dann auf die Alumnen, die in Bamberg studiert hatten und mit ihm im Bamberger Kaiserdom geweiht wurden. Nach der Priesterweihe wurde Gerhard Förch zum Promotionsstudium in Dogmatik in Innsbruck beurlaubt. Der Geistliche gehörte zu den Priesterjahrgängen, für die die Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils schon fast selbstverständlich waren: Neue Messbücher, die deutsche Sprache als bestimmendes Element des Gottesdienstes. Und noch eines hatte Förch bei einem Studium schätzen gelernt – die Diskussionsfreude, den Austausch auf Augenhöhe.

 

 Auf die Bereitschaft zum offenen Gespräch traf der inzwischen promovierte Geistliche an seiner ersten Kaplanstelle in Ansbach ab September 1974. Diskussionsfreude war auch gefragt, als Förch 1977 zum Diözesanjugendpfarrer ernannt wurde. Ab 1978 war er Domvikar und Leiter des Erzbischöflichen Jugendamtes. Themen wie Atomkraft, ein alternativer Lebensstil oder auch die Kriegsdienstverweigerung bestimmten die regen Auseinandersetzungen in den katholischen Jugendverbänden, wie auch die Zeit als Förch danach Studentenpfarrer in Bamberg war.

 

Erst 16 Jahre nach seiner Weihe, zum 1. Oktober 1986, trat Dr. Förch seine erste Pfarrstelle in Bamberg St. Kunigund an. Von 1994 bis 1998 wirkte er in der Pfarrei St. Ludwig in Ansbach, bevor er 1998 zum Dompfarrer in Bamberg ernannt wurde.

 

Seit 1996 war er Mitglied des Domkapitels, 2000 wurde er Regionaldekan für die Dekanate Bamberg, Burgebrach, Hallstadt-Scheßlitz und Hirschaid. Er war zudem Mitglied in zahlreichen Kommissionen. Papst Franziskus verlieh ihm 2015 kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand den Ehrentitel „Kaplan Seiner Heiligkeit“.