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Schottische Insel-Mönche nach unerlaubter Bischofsweihe im Schisma

London (KNA) – Eine Traditionalisten-Gemeinschaft auf der schottischen Insel Papa Stronsay hat trotz kirchlicher Warnungen eine unerlaubte Bischofsweihe vorgenommen - und damit nach Einschätzung der Kirchenleitung einen Akt des Schismas vollzogen. Die Zeremonie der "Sons of the Most Holy Redeemer" (Transalpine Redemptoristen) fand am Samstag im Kloster der Gemeinschaft statt und wurde im Internet verbreitet. Zum Bischof geweiht wurde der Ordenspriester und Klostervorsteher Father Michael Mary.

 

Die Weihe ohne das erforderliche päpstliche Mandat nahmen drei Bischöfe aus den USA vor - die das zuständige Bistum Aberdeen als nicht autorisierte Amtsträger bezeichnete. Aberdeens Bischof Hugh Gilbert hatte bereits zuvor gewarnt, der geplante Akt stelle einen Bruch mit der katholischen Kirchengemeinschaft dar. Nach Abschluss eines kirchenrechtlichen Verfahrens erklärte er Father Michael Mary am Sonntag wegen Schismas für exkommuniziert.

 

Mary wurde zudem seines kirchlichen Amtes enthoben und darf keine Messe oder Sakramente feiern. Die Strafen könnten aufgehoben werden, falls es zu einer aufrichtigen Umkehr und Wiedergutmachung komme. Mitglieder des Bistums wurden aufgefordert, keinen Kontakt zu der Gemeinschaft und ihrem Leiter aufzunehmen.

 

Sedisvakantistische Haltung

 

Hintergrund des Konflikts ist die sedisvakantistische Haltung der Gemeinschaft. Die "Sons of the Most Holy Redeemer" hatten Anfang Mai erklärt, sie erkennen Papst Leo XIV. und seine Vorgänger seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) nicht als rechtmäßige Päpste an. Auch die drei an der Weihe beteiligten Bischöfe stehen nach Angaben kirchlicher Stellen dieser Position nahe.

 

Die Gemeinschaft auf Papa Stronsay war bereits zuvor mit der Kirche in Konflikt geraten. 2025 untersagte der Vatikan Mitgliedern der Gruppe auf Empfehlung kirchlicher Behörden öffentliche Tätigkeit in der Diözese Christchurch in Neuseeland, unter anderem wegen Vorwürfen unerlaubter Exorzismen.

 

Der Vorgang erinnert an die jüngsten unerlaubten Bischofsweihen im Umfeld der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. Auch dort führten Weihen ohne päpstliches Mandat zu schweren kirchenrechtlichen Konflikten. In beiden Fällen steht die Frage der kirchlichen Einheit und der Anerkennung päpstlicher Autorität im Mittelpunkt.

 

Keine Verbindung zum Redemptoristenorden

 

Der weltweit tätige Redemptoristenorden (Kongregation vom Heiligsten Erlöser) hatte sich bereits im Vorfeld ausdrücklich von der Gruppierung distanziert und auf mögliche Namensverwechslungen hingewiesen. Die "Transalpinen Redemptoristen" stünden in keinerlei Verbindung zum eigentlichen Redemptoristenorden, erklärte der Generalobere Rogério Gomes.

 

Der Name hat demnach ursprünglich historische Bedeutung: Der heilige Wiener Stadtpatron Klemens Maria Hofbauer (1751-1820) habe den von Alfons Maria de Liguori gegründeten Orden über die Alpen nach Mitteleuropa verbreitet. Die heutige Gemeinschaft der "Transalpinen Redemptoristen" entstand hingegen erst 1988 als Abspaltung, zunächst im Umfeld der traditionalistischen Piusbruderschaft.

 

2008 kam es zu einer Versöhnung mit Rom; 2012 wurde die Gemeinschaft als Ordensinstitut diözesanen Rechts im Bistum Aberdeen errichtet. Sie sei aber nie Teil der Kongregation vom Heiligsten Erlöser gewesen und habe nie einer rechtlichen Bindung an deren Leitung unterstanden, so die kirchlich anerkannte Ordensgemeinschaft. Gleichwohl gebe es auch in Schottland reguläre Redemptoristen-Gemeinschaften.