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Propaganda statt Wellness und Wallfahrt

Gößweinstein (rt) – Das Wallfahrtsmuseum Gößweinstein hat eine Sonderausstellung zum Thema „Wallfahrt und Tourismus in Gößweinstein von 1933 bis 1945“ eröffnet. Dazu die Museumsleiterin Susi Hopp: „Wir überlegten uns zur 950-Jahrfeier Gößweinsteins einen Zeitraum zu beleuchten. Wir legten den Fokus auf Wallfahrten und Tourismus in dieser damals sehr schwierigen Zeit“. 

 

Lea Mahn, die Masterstudentin von der Uni Bayreuth habe die Ausstellungskonzeption übernommen. Vom Oktober letzten Jahres bis heuer im April beschäftigte sich die junge Frau, die den Masterstudiengang Geschichte in Wissenschaft und Praxis belegt, mit diesem Thema, um nun die Ausstellung, die noch bis zum 5. Januar 2027 läuft zu gestalten. 

 

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der bestehende Tourismus weiterhin genutzt. Die „Deutsche“ Arbeitsfront (DAF) bot Arbeitern ab 1933 günstige Reiseangebote über die Unterorganisation „Kraft durch Freude“ an, so Mahn. „Es kam anschließend zu einer Gleichschaltung des Fremdenverkehrs. Tourismus war Teil der nationalsozialistischen Propaganda geworden. Dies zeigte sich auch in der fränkischen Schweiz, die mehrfach von Hitler und seinem engsten Umfeld besucht wurde“, ist auf Mahns Schautafeln im Museum zu lesen. 

 

„Vor allem aber war die Region mit Lagern des Reichsarbeitsdienstes, beschäftigten Zwangsarbeitern und dem KZ-Außenlager Pottenstein aktiv in das nationalsozialistische System eingebunden.“ 

 

Der Zweite Weltkrieg brachte nach den Aufzeichnungen von Mahn, schwere Einbrüche für den Fremdenverkehr. Gründe hierfür waren unter anderem die steigende Lebensmittelknappheit und die Umnutzung von Gebäuden für nationalsozialistische und kriegsbedingte Zwecke. 

 

Eine Form der Umnutzung war die Einrichtung von Lagern für die Kinderlandverschickung. Diese hatte zum Ziel, Kinder aus Städten auf das sichere Land umzusiedeln. Dort sollten sie fernab von ihren Familien im Sinne der NS-Ideologie betreut werden. „In Gößweinstein wurden in der Zeit des Zweiten Weltkrieges sieben Lager für die Kinderlandverschickung eingerichtet. Dies war nach Bamberg mit neun Lagern die zweithöchste Anzahl innerhalb Oberfrankens“, so Lea Mahn. Hierfür wurden die örtlichen Hotels und das Kloster neu genutzt. Die Verwendung von Klöstern stellte immer auch eine Machtdemonstration des NS-Regimes dar, das unter dem Vorwand des Krieges Ordensleute umsiedeln konnte. 

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 30/2026