Teuschnitz (sd) – Was willst du denn wissen“, so begann Detlef Pötzl das Gespräch, als es um einen Bericht zu seinem 25-jährigen Priesterjubiläum ging. Ja was will man wissen von einem Pfarrer, der es versteht, gerade junge Menschen noch für die Kirche zu begeistern. Seine Art, wie er spricht, wie er eigentlich alles mitmacht, was auch mal außergewöhnlich ist, wie zum Beispiel Juror in einem Kochduell zu sein oder bei den „Highlandgames“ der Ministranten als Schotte in die Zinkwanne zu steigen, macht Detlef Pötzl so sympathisch. Er ist immer nahe am Menschen, sieht die Probleme und geht sie auch an. Und so kann er nun sein silbernes Priesterjubiläum feiern, zusammen mit „seinen“ Gläubigen, Freunden und Wegbegleitern.
25 Jahre sind doch eine lange Zeit, es gab Höhen und Tiefen. Das bringt auch sein „Jubiläumsbildla“ zum Ausdruck, wo sich auf dem Titelbild ein Pfarrer oder auch Ministrant an einer Laterne über eine hohe Mauer schwingt. „Mauern überwinden und Menschen begegnen“ – das kann Detlef Pötzl. Geweiht wurde er am 30. Juni 2001 in Bamberg durch Erzbischof Karl Braun zusammen mit Michael Dotzauer und Norbert Jung und nun ist es für ihn an der Zeit, Vergelt’s Gott zu sagen für die geschenkte Zeit, die vielen Begegnungen und die Wegbegleitung.
Kindheitsträume
Als Kind hatte Detlef Pötzl den Wunsch, Tierarzt zu werden. Aber nach einem einschneidenden Erlebnis in einer Tierarztpraxis fand er das nicht mehr so toll. Während der Schulzeit und noch vor dem Abitur zog er eine Lehrerkarriere in Betracht. Aber auch dies schien nicht das Richtige für den jungen Mann aus Nordhalben zu sein. Und weil er schon immer seinen eigenen Kopf hatte, fand er nach dem Abitur sozusagen seine Berufung. „Ich studiere Theologie und werde Priester“, und das ist er bis heute wirklich mit viel Herzblut und Aufopferung. Ein junger Christ hat einmal gesagt, wenn es mehr solche Pfarrer gäbe, wären mehr Menschen in der Kirche. Da ist sicher was dran, denn der Glaube ist ja nicht weniger geworden, nur wissen viele nicht mehr, wie sie ihn leben sollen.
Als er vor 30 Jahren ins Priesterseminar nach Bamberg ging, legte ihm niemand Steine in den Weg. Stolz ist natürlich auch seine Mutter auf ihren „Bu“, sein Vater ist leider vor zwei Jahren verstorben, Detlef hat noch einen älteren Bruder Markus und war das Nesthäkchen der Familie Pötzl. „Du musst wissen, was du willst“, so war die allgemeine Meinung. Und er wusste es, obwohl die vielleicht wichtigste Frage in seinem Leben war „Will oder kann ich ohne eigene Familie leben“? Das wollte gut überlegt sein, aber für Detlef Pötzl gab es da nie eine Zeit, wo er den Schritt ins Priestertum mit allen Konsequenzen bereut hätte.
