Wien/Lima (KNA) – Mit vielen Fortbildungen, synodalen Strukturen und Vorarbeiten zur Reform der Priesterausbildung geht die Kirche in Lateinamerika und der Karibik laut Birgit Weiler ihren synodalen Weg weiter. Darüber berichtet die Theologieprofessorin am Mittwoch in einem Beitrag für das Portal feinschwarz.net.
Sehr unterschiedliche kulturelle, soziale und kirchliche Kontexte prägen laut Weiler den jeweiligen Rhythmus der Entwicklungen. So gebe es an verschiedenen Orten Widerstände "aufgrund einer weiterhin starken klerikalen Mentalität", die nicht nur unter Priestern, sondern auch unter Laien und Ordensleuten zu finden sei.
Daher werde der für eine synodale Kirche erforderliche Mentalitätswandel ein langwieriger Prozess sein, meint die Theologin. Auch kirchliche Bewegungen, die das Kirchenbild des Zweiten Vatikanums ganz oder in Teilen ablehnen, erschweren laut Weiler den Dialog oder machen ihn unmöglich.
Jährliche Synodale Versammlungen
Dennoch sieht sie Grund zur Hoffnung: Die Bischöfe des Bischofsrats Lateinamerikas und der Karibik (CELAM) hielten jährlich in den vier geografischen Regionen synodale Versammlungen mit Vertretern der Ortskirchen und kirchlicher Organisationen ab.
Weiler betont, es sei ein Bewusstsein dafür gewachsen, "dass eine spirituelle Umkehr hin zu mehr praktizierter Synodalität in der Kirche unbedingt der dafür notwendigen Strukturen und Verfahrensweisen bedarf". Diese müssten in die unterschiedlichen Kontexte Lateinamerikas und der Karibik inkulturiert werden. "Dafür ist es unerlässlich, möglichst viele Mitglieder des Volkes Gottes mit unterschiedlichen Berufungen an diesem Prozess aktiv zu beteiligen. Der Prozess hat bereits begonnen", so Weiler.
Mit der CEAMA sei aus der Amazoniensynode im Jahr 2020 eine permanente und synodale Kirchliche Konferenz Amazoniens hervorgegangen, die die Synodalität und gemeinsame Pastoral zwischen den Kirchen des Amazonasgebietes fördern soll. Laut Weiler ist sie das erste synodale kirchliche Organ dieser Art in der Weltkirche. In den Diözesen vor Ort würden synodale Teams beauftragt, die in Peru von einer nationalen Kommission zur Umsetzung der Weltsynode unterstützt werden.
Breites virtuelles Fortbildungsangebot
Weiler berichtet über ein gut angenommenes Angebot an virtuellen Fortbildungen. Das Biblisch-Theologisch-Pastorale Zentrum für Lateinamerika und die Karibik (CEBITEPAL) gehe davon aus, dass kirchliche Umkehr- und Transformationsprozesse hin zu mehr Synodalität eine gemeinsame Weiterbildung in Glaube, Theologie und Ekklesiologie von engagierten Gläubigen, Ordensleuten, ständigen Diakonen, Seminaristen, Priestern und Bischöfen erfordern. Außerdem fördere es den Aufbau theologisch pastoraler Netzwerke.
Eine digitale Fortbildungsplattform biete einen kostenlosen und mehrsprachigen Online-Kurs zum Studium und zur Umsetzung des Schlussdokuments der Weltsynode an.
Weiler berichtet, dass aktuell Vorarbeiten zur Reform der Priesterausbildung laufen - ausgehend von der Überzeugung, "dass die Umsetzung von Synodalität notwendigerweise eine Reform der Ausbildung von künftigen Priestern erfordert, damit sie ihr Amt in einem synodalen Geist verstehen und auszuüben lernen".
Deutsche Theologin in Peru
Die aus Duisburg stammende Ordensfrau lebt und arbeitet seit Jahrzehnten in Peru. Sie ist Mitglied der von der Bischofskonferenz eingesetzten Nationalen Kommission für die Umsetzung der Weltsynode in Peru und Mitglied der Gruppe von Theologinnen und Theologen für die theologisch-pastorale Reflexion des Bischofsrates von Lateinamerika und der Karibik (CELAM). Sie arbeitet auch mit der Kirchenkonferenz Amazoniens (CEAMA) zusammen.
