Graz (KNA) - Religionen vermitteln nach Ansicht der Theologin Regina Polak Zukunftsperspektiven und wirken der Demokratieverdrossenheit entgegen. Damit seien jüdische, christliche und muslimische Gemeinschaften "Orte der Hoffnung", sagte die Wiener Pastoraltheologin am Montag in Leibnitz in der Südsteiermark.
Polak sagte weiter: "Gelernt und geübt werden Mitgestaltung, Anerkennung von Verschiedenheit, Einsatz für gemeinsame Ziele wie die Unterstützung benachteiligter Menschen oder Freiheit, Verantwortung, soziale Gerechtigkeit, Solidarität oder Toleranz." Gerade in hochgradig individualisierten Gesellschaften, so die Theologin, seien Orte wichtig, an denen Menschen "Partizipation erfahren und jene Haltungen und Tugenden einüben, derer die Demokratie bedarf".
Interreligiöse Zusammenarbeit zentral
Dabei hält die Theologin interreligiöse Zusammenarbeit für entscheidend: "Erst wenn Religionsgemeinschaften nicht nur als Akteure primär in eigener Sache wahrgenommen werden, sondern sich gemeinsam mit all ihren Unterschieden für gemeinsame gesellschaftliche Anliegen einsetzen, wird ihr Engagement für Demokratie glaubwürdig."
Dass Religionsgemeinschaften das gut leisten können, begründete die Theologin so: Religionen verfügten über Vorstellungen sinnerfüllten Lebens, menschlichen Gedeihens, guter sozialer Beziehungen und einer gerechten sowie friedlichen Gesellschaft. Polak: "Sie wissen sich eingebettet in eine Geschichte, in der trotz aller Katastrophen das Leben einen Sinn haben kann, und verfügen über Weisheiten und Praktiken, mit Leid, Scheitern, Tod und dem Bösen umzugehen."
