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Expertin: Aufmerksamkeit und Prävention gegen Kindesmissbrauch

Berlin (KNA) – Um Kinder und Jugendliche vor sexualisierter Gewalt zu schützen, braucht es nach Worten von Fachleuten Aufmerksamkeit von Erwachsenen und ausreichend Prävention. In Kitas und Schulen müsse über Hilfsangebote informiert werden, sagte die Leiterin des Vereins "Nina", Tanja von Bodelschwingh, am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. Bei dem Verein handelt es sich um eine nationale Informations- und Beratungsstelle bei sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend. Die Leiterin betonte zugleich, dass solche Hilfsangebote langfristig finanziert werden müssten.

 

Am Vormittag stellt unter anderem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin ein Bundeslagebild zu Sexualdelikten an Kindern und Jugendlichen mit Zahlen für das vergangene Jahr vor. Von Bodelschwingh sagte: "Ich gehe davon aus, dass die Zahlen immer noch ganz erschreckend hoch sind." Auch ein Anstieg sei denkbar. Es sei allgemein eine große Herausforderung, Zahlen zu interpretieren: Wenn sie hochgingen, könne das bedeuten, dass mehr Taten begangen wurden - oder auch, dass mehr Taten angezeigt würden.

 

Macht und Manipulation

 

Sexualisierte Gewalt habe viel mit Machtausübung, Manipulation und Abhängigkeiten zu tun, sagte die Expertin. Täter hätten es leichter, wenn sie ihre Opfer kennen, also zum Beispiel innerhalb der Familie. Sogenannte Fremdtäter agierten eher im digitalen Raum. Betroffene hätten häufig mit Scham zu kämpfen, aber auch Angst, dass ihnen nicht geglaubt werde oder Täter Drohungen wahr machen könnten. Und: "Man muss Gewalt auch erst einmal erkennen und verstehen, was da passiert." Das sei umso schwieriger, je regelmäßiger sie passiere.

 

Dass Kindern und Jugendlichen sexualisierte Gewalt angetan wurde, können Erwachsene laut von Bodelschwingh zum Beispiel an starken Veränderungen erkennen: Aggressivität, Rückzug oder Traurigkeit etwa. Wenn Erwachsene einen Verdacht hätten, sollten sie sich Unterstützung holen, zum Beispiel von Fachberatungsstellen. Erwachsene müssten Verantwortung übernehmen und genau hinschauen. "Wir müssen Kinderschutz wollen und Kinderschutz können."