Kronach (hs) – Im ehemaligen Franziskanerkloster der Stadt Kronach lebt seit 1927 eine kleine Oblaten-Kommunität, die bereits 1920 nach Kronach kam. Für den gesamten Frankenwald ist diese Niederlassung des Ordens zur Institution geworden. Wenn hier von „unserem Kloster“ gesprochen wird, ist in der Regel das Oblatenkloster St. Heinrich gemeint. Nun zieht sich der Orden der Oblaten, der seit mehr als 100 Jahren das kirchliche Leben in Kronach prägte und dabei auch in umliegenden Pfarreien und Seniorenhäusern mitarbeitete, zurück. Die Entscheidung löst großes Bedauern aus.
„Ich habe die traurige Aufgabe, die Information von der Aufhebung des Kronacher Oblatenklosters zum 1. September zur Kenntnis zu bringen“, bekundete Domkapitular Albert Müller in einer Pressemitteilung. Die Mitarbeiter des Klosters seien bereits informiert worden. Die Ordinariatskonferenz habe am Dienstag, 30. Juni, die Entscheidung der Provinzleitung der Oblaten entgegengenommen. Er bedauere es sehr, dass das langjährige und erfolgreiche Seelsorgeangebot – seit 1923 mit den Oblaten in Kronach – nun ein Ende finden müsse. Im Wesentlichen sei, so der Leitende Pfarrer des Seelsorgebereichs Kronachs, mit dem Tod von Pater Rudi Welscher – dem Rektor des Klosters – und mit der Erkrankung sowie dem voraussichtlich dauerhaften Ausfall von Pater Helmut Haagen eine Entscheidung vorgezeichnet gewesen, weil die Oblaten keinen Ersatz schicken könnten.
Bis zum 11. Juli 2026 sei ein Übergangsplan zur Vertretung von Pater Helmut Haagen erarbeitet worden. Danach komme P. Ignatious zur regulären Urlaubsvertretung bis zum 4. August 2026. In weiser Voraussicht habe man bereits Mitte Juni in einem Arbeitskreis des Pastoralteams damit begonnen, für den Fall der Fälle, an einer neuen, reduzierten Gottesdienstordnung zu arbeiten. Diese könne greifen, sobald sie in einer Besprechung mit den Betroffenen – der Termin muss noch festgesetzt werden – abgeklärt worden sei.
