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"In jeder Personalakte steckt ein Mensch"

Erzbischof Herwig Gössl dankte Engelbert Rauh für dessen Einsatz in den vergangenen 40 Jahren in der katholischen Kirche und verabschiedete ihn in den wohlverdienten Ruhestand. Foto: Andreas Kuschbert
Erzbischof Herwig Gössl dankte Engelbert Rauh für dessen Einsatz in den vergangenen 40 Jahren in der katholischen Kirche und verabschiedete ihn in den wohlverdienten Ruhestand. Foto: Andreas Kuschbert

Bamberg (ku) – Nach 40 Jahren im Dienst der katholischen Kirche – 30 Jahren im pastoralen Dienst in Erlangen und zuletzt als stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Pastorales Personal im Erzbischöflichen Ordinariat – wurde jetzt Engelbert Rauh in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. „Jetzt beginnt für Dich eine neue Lebensphase, in der Du vieles machen kannst, was bisher zu wenig zur Geltung gekommen ist“, sagte Domkapitular Dr. Ewald Sauer, der Leiter der Hauptabteilung Pastorales Personal und langjähriger Weggefährte von Engelbert Rauh, in seiner Begrüßung.

Da Rauh keine große Verabschiedung wolle, werde er keine große Laudatio halten, sondern seinen Dank kurz zusammenfassen, sagte Dr. Sauer mit einem Schmunzeln: „Danke für Deinen Einsatz für alle, die Dir anvertraut waren. Danke für Deinen Dienst im Namen und Auftrag der Kirche. Danke für Deine Gradlinigkeit und Wertschätzung. Und Danke für unsere Freundschaft.“

 

Zu dem kleinen Empfang im Bistumshaus St. Otto war auch Erzbischof Herwig Gössl gekommen. „Abschiednehmen fällt schwer, vor allem, wenn ein herausragender Mitarbeiter geht“, so Gössl in seiner Ansprache. In kurzen Worten skizzierte er den beruflichen Werdegang von Engelbert Rauh, der nach seinem Theologiestudium in Würzburg als Pastoralassistent von 1985 bis 1989 in Forchheim war und anschließend auch als Pastoralreferent weitere zwei Jahre dort wirkte. 1991 wechselte Rauh als Pastoralreferent nach Erlangen-Büchenbach und blieb dort bis zum Jahr 2015. Schließlich erfolgte der Wechsel ins Erzbischöfliche Ordinariat, genauer gesagt in die Hauptabteilung Pastorales Personal, deren stellvertretender Leiter er bis zum jetzigen Eintritt in den Ruhestand war. 

 

Er selber sei Rauh während seiner Diakonenzeit 1993 in Erlangen-Büchenbach erstmals begegnet und habe ihn schon damals als einen „Mann des Ausgleichs“ erlebt, der beständig und nachhaltig Ziele verfolgt und eine große „Frustrationstoleranz“ mitgebracht habe. 

 

Als Personalverantwortlicher im Ordinariat für die Berufsgruppe der Pastoral- und Gemeindereferenten, habe sich Engelbert Rauh immer für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingesetzt und es geschafft, nie den Blick auf das Große und Ganze zu verlieren. „Damit hast Du Dir großen Respekt erworben“, so der Erzbischof, der dem Neuruheständler für dessen steten Rat, Loyalität und Professionalität sowie für die vielen Stunden des gemeinsamen Sorgens dankte.

Dass man in vielen Gesprächen immer gute Lösungen im Sinne der Kolleginnen und Kollegen gefunden habe, betonte Johannes Hoppe als Vertreter der Mitarbeitervertretung Pastorale Dienste mit Blick auf die gemeinsamen Jahre mit Engelbert Rauh. Stets habe es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Dienstgeber und Dienstnehmer gegeben. 

 

Gabi Syben für den Berufsverband BiSS sowie Hubertus Lieberth für den Berufsverband der Pastoralreferent*innen würdigten ebenfalls die Verdienste des scheidenden stellvertretenden Hauptabteilungsleiter in kurzen Ansprachen. 

Mit Blick auf das Jahresmotto „Du bewegst die Welt“ konstatierte Domkapitular Martin Emge, der Leiter der Seelsorgeamtes, mit Blick auf Engelbert Rauh: „Du hast die Welt und Bamberg bewegt.“ Zudem erinnerte Emge an eine „Zeit voller Dynamik“, die man gemeinsam erlebt habe. In dieser Zeit habe er Engelbert Rauh als einen Menschen erlebt, der gerne experimentiert habe, der mutig vorangegangen und immer am Puls der Zeit gewesen sei. So sei Rauh nahe an den ihm anvertrauten Menschen gewesen und habe die besten Wege für sie gesucht.

 

Mit einem humorvollen Gedicht und Geschenken verabschiedeten Andrea Hengstermann und Christine Heinrich den langjährigen stellvertretenden Hauptabteilungsleiter in den Ruhestand und betonten: „Wir lassen Dich nur ungern gehen“ und „Unser Teamwork war supererfolgreich“.

 

Das letzte Wort an diesem Nachmittag hatte schließlich Engelbert Rauh selbst. Nach 41 Dienstjahren blicke er mit Dankbarkeit und Ehrfurcht zurück, konstatierte er und sprach von einem langen beruflichen Weg, der in gefordert und geprägt habe. 

 

Als Pastoralreferent in der Pfarrei habe er Menschen begleitet in Zeiten der Freude, Krankheit, Trauer und Abschied. „Dabei habe ich stets erlebt, wie der Glaube trägt und verbindet“, so Rauh. Er habe auch in dieser Zeit gelernt, dass Seelsorge bedeute, den Menschen zuzuhören und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen. 

 

Nach 30 Jahren sei dann der Wechsel ins Ordinariat erfolgt und er sei der Personalchef für die Pastoral- und Gemeindereferenten geworden, „eine neue und herausfordernde Aufgabe.“ So sei zwar sein Anspruch stets gewesen „Der rechte Mann, zur rechten Zeit am rechten Platz“, aber es sei nicht immer leicht gewesen, Pläne und Realitäten unter einen Hut zu bringen. Nach seinen Worten habe er sich aber immer den Grundsatz vor Augen gehalten: „In jeder Personalakte steckt ein Mensch.“

 

Vieles habe sich in den 40 Jahren seines Dienstes geändert, die Herausforderungen seien größer geworden, „und was anfangs selbstverständlich war, ist heute undenkbar. Aber als Kirche dürfen wir uns nicht entmutigen lassen.“

Rauh zeigte sich dankbar für die Menschen, denen er in den vergangenen Jahrzehnten begegnen durfte. Mit vielen von ihnen habe es intensive Diskussionen gegeben, nicht immer fielen Entscheidungen leicht. 

 

Rauhs Dank galt zuerst Erzbischof Herwig Gössl für dessen Vertrauen in ihn. „Du warst immer ansprechbar für meine Anliegen.“ Dankbar zeigte er sich aber auch gegenüber Dr. Ewald Sauer, der zunächst in Erlangen-Büchenbach und seit vier Jahren nun auch sein Chef in der Hauptabteilung war, für die vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit. Vertrauensvoll sei auch die Zusammenarbeit mit den Sekretärinnen in der Abteilung gewesen: „Manchmal wusstet Ihr schon eher was ich wollte, ehe ich es wusste.“

 

Und schließlich galt Rauhs Dank seiner Ehefrau Christel, die ihm stets den Rücken freigehalten und ihn unterstützt habe. „Und jetzt sage ich leise Servus“, so Rauh zum Abschluss.