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Friedhofsgärtner: Stark bleiben trotz welker Pflanzen

Berlin (KNA) – Welke und vertrocknet wirkende Hortensien auf einem Grab sind an Hitzetagen ein trauriger Anblick. Dennoch sollten Angehörige bei einem mittäglichen Friedhofsbesuch nicht sofort zur Gießkanne greifen, sagt Michael Ballenberger vom Bund deutscher Friedhofsgärtner. Besser sei es, in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend zu gießen, erklärt der Verbandsvorsitzende. "Hier muss man stark bleiben, den Abend abwarten und dann erst gießen."

 

Ein häufiger Fehler sei das oberflächliche Gießen in der Mittagshitze. Dabei verdunste ein großer Teil des Wassers, bevor es überhaupt die Wurzeln erreiche. Auch sei es problematisch, täglich nur kleine Mengen Wasser zu geben.

 

Klotzen statt kleckern

 

"Die Pflanzen profitieren deutlich mehr von einer gründlichen Bewässerung in den kühleren Tageszeiten", sagt Ballenberger. Pflanzen könnten die Feuchtigkeit dann besser aufnehmen. Pro Einzelgrab könne man an trockenen Hitzetagen gute 40 Liter geben. Deshalb hofft der Experte, Friedhofsgärtnereien von möglichen flächendeckenden Gießverboten ausgenommen werden.

 

Eine Bodenabdeckung mit Mulch oder Bodendeckern könne zudem helfen, Feuchtigkeit im Boden zu halten. Tagsüber sollten Pflanzen in Ruhe gelassen werden. "Bei über 30 Grad lassen manche den Kopf hängen und sehen aus, als würden sie eingehen. Das sind aber Schutzmechanismen der Pflanze."

 

Pflanzenwahl anpassen

 

Langanhaltende Trockenheit bei sommerlichen Hitzephasen sei inzwischen eine große Belastung für viele Grabbepflanzungen. Vor allem Pflanzen in vollsonniger Lage oder mit unzureichender Bewässerung litten dann besonders. Dies erfordere eine angepasste Pflanzenwahl und ein cleveres Wassermanagement. Friedhofsgärtnereien verwenden deshalb laut Ballenberger vermehrt robuste sowie hitzetolerante Pflanzenarten wie Sedum, Euphorbien oder Thymian.