Eichstätt (KNA) - Christian Würtz heißt der neue katholische Bischof von Eichstätt. Der Freiburger Weihbischof wird Nachfolger von Gregor Maria Hanke. Das teilten der Vatikan und das Bistum Eichstätt am Dienstag mit, dem Festtag des Bistumspatrons Willibald. Mit 55 Jahren wird Würtz der jüngste unter den 27 deutschen Diözesanbischöfen sein. Allerdings muss sich die Diözese noch etwas gedulden. Die Amtseinführung werde erst nach den bayerischen Sommerferien sein, hieß es. Das bedeutet: nicht vor Mitte September.
Im Eichstätter Dom hatten sich zur Mittagszeit zahlreiche Gläubige versammelt, um den neuen Bischof zu begrüßen. Nach Bekanntgabe seines Namens dauerte es einen Moment, dann brandete Applaus im Kirchenschiff auf. Würtz und sein neues Bistum sind sich beide noch fremd. Allerdings waren in Eichstätt vor der Entscheidung vielfach Stimmen zu vernehmen, die sich die Berufung eines Auswärtigen gewünscht hatten.
Der Neue räumte ein, selbst das erste Mal in Eichstätt zu sein. Dann appellierte er an die Versammelten, im gemeinsamen Hören und Schauen als Kirche voranzukommen und so am Reich Gottes mitzubauen. Dabei griff er das aktuelle Motto der Eichstätter Willibaldswoche auf: "Mut machen, aufbrechen!"
Promovierter Jurist und Theologe
Der gebürtige Karlsruher verfügt über mehrere akademische Qualifikationen: Vor der Theologie absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften einschließlich zwei Jahren Referendariat. In beiden Fächern hat er einen Doktortitel. 2006 wurde Würtz in Freiburg zum Priester geweiht.
Seelsorgliche Erfahrung sammelte der Geistliche als Pfarrer und Diözesanrichter. 2018 wurde er in Freiburg Stadtdekan und kurz darauf Dompfarrer. 2019 ernannte ihn Papst Franziskus zum Weihbischof in seinem Heimatbistum. Seither war er auch für die Priesterausbildung des Erzbistums zuständig. Sein Wahlspruch stammt aus dem Vaterunser und lautet: "Dein Reich komme".
Wilmer und Marx gratulieren
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, gratulierte Würtz zur Beförderung. Im Bistum Eichstätt gebe es viele Herausforderungen, für die der neue Bischof mit seiner breiten Qualifikation gut gerüstet sei. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx drückte seine Freude über das neue Mitglied in der Freisinger Bischofskonferenz aus. Auch er stellte die Erfahrung des neuen Eichstätter Bischofs in Wissenschaft, Seelsorge, Recht und Bildung heraus.
Das Bistum Eichstätt brauchte einen neuen Bischof, da Hanke im Juni 2025, damals 70 Jahre alt, vorzeitig zurückgetreten war. Nach dem Kirchenrecht bieten Bischöfe dem Papst ihren Amtsverzicht für gewöhnlich erst zu ihrem 75. Geburtstag an. Hanke führte unter anderem eine "innere Ermüdung" an. Er musste während seiner letzten Amtsjahre einen komplexen Finanzskandal in seiner Diözese behandeln.
