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Christus sichtbar und erfahrbar machen

Ein besonderer Moment am Ende des Weihegottesdienstes: Neupriester Daniel Hartmann spendete den Gläubigen den Primizsegen. Foto: Andreas Kuschbert
Ein besonderer Moment am Ende des Weihegottesdienstes: Neupriester Daniel Hartmann spendete den Gläubigen den Primizsegen. Foto: Andreas Kuschbert

Bamberg (ku) – Der stehende Applaus nach der kurzen Dankansprache am Ende des Festgottesdienstes im Bamberger Dom war ein Zeichen der Freude und Verbundenheit der Gläubigen gleichermaßen. Aus Herzogenaurach und Ansbach hatten sich viele Pfarrangehörige am frühen Morgen auf den Weg nach Bamberg gemacht, um die Priesterweihe von Daniel Hartmann mitzuerleben. Erzbischof Herwig Gössl weihte den 26-Jährigen, der in der Pfarrei St. Ludwig Ansbach und im Seelsorgebereich Ansbach Stadt und Land tätig ist, zum Priester. 

 

In dem feierlichen Weihegottesdienst im Bamberger Dom rief Gössl den Neupriester dazu auf, seinen Dienst aus einer Haltung der selbstlosen Liebe heraus zu leben. „Die Liebe rechnet nicht. Sie gibt im Übermaß, reichlich mit Segen“, zitierte der Erzbischof in seiner Predigt den Apostel Paulus.

 

„Sie geben sich und Ihr ganzes Leben hinein in den priesterlichen Dienst – aus Liebe zu Gott und zu seinem Volk“, sagte Gössl. „Sie rechnen nicht nach, wie viel Liebe man Gott entgegenbringen kann und wie viel Liebe noch übrig bleibt nach Abzug von Gewaltakten, Kriegen und persönlichen Enttäuschungen.“ Wer so rechne, können einen solchen Schritt der Hingabe nicht gehen.

 

Daniel Hartmann stelle sich mit der Priesterweihe ganz in den Dienst Gottes und der Menschen. Erzbischof Gössl: „Durch das Sakrament der Priesterweihe werden Sie befähigt und gesandt, Jesus Christus, das Haupt der Kirche, in dieser Kirche sichtbar, hörbar und erfahrbar zu machen.“ 

 

Nach den Worten des Bamberger Oberhirten sei es nicht die Aufgabe Hartmanns, Chef zu sein, Dienstanweisungen zu geben und über deren Einhaltung zu wachen. „Nein,“ so Erzbischof Herwig, „Ihre Hauptaufgabe als Repräsentant des Herrn innerhalb der Kirche ist es, Christus in seiner Hingabe und Liebe zu uns Menschen sichtbar und erfahrbar zu machen.“ 

 

Mit Blick auf den Berufungsweg des Weihekandidaten sagte Gössl, dass Daniel Hartmann in die Freundschaft mit dem Herrn hineinwachsen durfte, „und diese Freundschaft ist die eigentliche Grundlage für die Entscheidung, das eigene Leben in den Dienst des Herrn zu stellen“. Der Erzbischof weiter: „Durch Ihren Dienst will Christus die Menschen einladen und ihnen zuzurufen: Bleibt in meiner Liebe.“ 

 

Zugleich verschwieg der Erzbischof die schwierige Situation der Kirche nicht: „Wir sind als Kirche in einem gigantischen Umbauprozess, und diese Realität zerrt an den Nerven von vielen.“ Dennoch bleibe er überzeugt, dass Christus seine Kirche leite und seine Liebe durch das Wirken der Gläubigen Frucht bringe.

 

Gössl rief den Neupriester auf, sich nicht von den Herausforderungen des kirchlichen Dienstes entmutigen zu lassen. Das Kreuz sei nicht nur Zeichen von Leid, sondern vor allem Ausdruck der Liebe Gottes und der Hoffnung auf neues Leben. Der priesterliche Dienst trage dazu bei, die Welt zu mehr Liebe, Gerechtigkeit und Frieden zu bewegen.

 

Abschließend sprach der Erzbischof die Hoffnung aus, dass sich wieder mehr junge Menschen zum Dienst in der Kirche berufen fühlen. Er bete darum, „dass immer mehr junge Menschen, berührt von der Freundschaft zu Christus, seinem Ruf in die Dienste und Ämter der Kirche folgen“.

 

Nach Handauflegung und Weihegebet folgten die weiteren Riten zur Priesterweihe, die mit Friedensgruß zwischen Erzbischof und Neupriester endeten. 

 

Nach dem Festgottesdienst, der musikalisch von der Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister Vincent Heitzer und Domorganist Professor Markus Willinger gestaltet wurde, zog der Neupriester unter den Klängen der Musikvereinigung Ebensfeld und begleitet von der Fahnenabordnung der Freiwilligen Feuerwehr Flachslanden zum Empfang in die Dompropstei, wo viele Gläubige die Gelegenheit nutzten, dem Neupriester zu gratulieren und mit ihm ins Gespräch zu kommen.