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Bei Bauarbeiten: Römische Gräber in Stuttgart entdeckt

Stuttgart (KNA) – In Stuttgart sind auf einer Baustelle offenbar bedeutende archäologische Funde aus der Römerzeit gemacht worden. Im Stadtbezirk Bad Cannstatt sei nahe des Kurparks zunächst in etwa 2,50 Metern Tiefe ein römisches Urnengrab entdeckt worden.

 

"Mittlerweile ist klar: Hier befand sich einst ein römischer Friedhof", berichtete die "Stuttgarter Zeitung" (Mittwoch) unter Berufung auf Grabungsleiterin Carmen Liebermann von der Firma Archaeo-BW und den Archäologen Andreas Thiel vom Landesdenkmalamt. In dem römischen Urnengrab wurde demnach auch ein helles Gefäß als Grabbeigabe gefunden sowie eine Münze.

 

"Die Römer wollten nicht vergessen sein"

 

Doch nicht nur zwei einfache römische Brandgräber seien entdeckt worden, in denen verstorbene Römer verbrannt und mit Beigaben bestattet worden seien. Auch ein vermutliches Pfeilergrab, in dem reichere Römer beigesetzt wurden, sei gefunden worden. Denn es seien Reste eines Aufbaus aus Stein zu sehen. Thiel verwies demnach auf die Animation eines römischen Gräberfelds mit Pfeilergräbern aus Heidelberg, bei denen eine Ähnlichkeit zu Bad-Cannstatt vermutet werde - und bei denen auf dem Grab jeweils eine Säule in die Höhe ragt. Der Grund für diese Bauten: "Die Römer wollten nicht vergessen sein, sondern auch nach dem Tod immer noch gesehen sein."

 

Zudem seien mittelalterliche Grubenhäuser gefunden worden. Die jetzigen Ausgrabungen zeigten zum ersten Mal eine Besiedlung rechts des Neckars - und wie groß diese zur Römerzeit und im Mittelalter gewesen sei.