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Papst Leo XIV. verleiht 35 Erzbischöfen ihr Rangabzeichen

Vatikanstadt (KNA) – Papst Leo XIV. hat 35 neuen Erzbischöfen aus aller Welt das Ehrenabzeichen Pallium verliehen. Bei einem feierlichen Gottesdienst am Montag im Petersdom legte er den in den vergangenen zwölf Monaten ernannten Leitern der katholischen Kirchenprovinzen die mit schwarzen Kreuzen bestickte Wollstola als Zeichen ihrer besonderen Würde um die Schultern.

 

Am katholischen Hochfest der heiligen Petrus und Paulus betonte der Papst, die Pallien seien Ausdruck der Verpflichtung eines jeden Hirten, aber auch jedes Christen, die ihm anvertrauten Brüder und Schwestern "wie Lämmer der Herde des Herrn auf seine Schultern zu nehmen". Sie sollten für sie Energie, Zeit, Mühe und sogar ihr Leben opfern, "damit das Evangelium alle erreicht und die ganze Welt darin Harmonie und Eintracht findet", zitierte er das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965).

 

Petrus-Schlüssel als Symbol des Dialogs

 

Weiter erinnerte er daran, dass sich Petrus immer wieder für die Gemeinschaft unter den Brüdern und Schwestern eingesetzt habe, ohne selbst vollkommen zu sein. Der Schlüssel als Attribut des Petrus sei ein Symbol. Es zeige, dass die Gemeinschaft in der Kirche nicht entstehe, indem man sich auf eigene Positionen versteift. Vielmehr gehe es darum, in den Herzen aller die Berührungspunkte in der Wahrheit zu suchen, "in deren Licht allein ein jeder für den anderen zum Mittel des Wachstums wird", betonte der Papst.

 

Dies sei auch Aufgabe der Päpste als Nachfolger des Petrus: die Belange jedes einzelnen Menschen zu hören und zu erfassen, Eingebungen zu unterscheiden, Fehler zu korrigieren und zu unterweisen. Zugleich müssten sie ermutigen und ermahnen sowie die Brüder und Schwestern begleiten, damit sie offen für das Wirken des Heiligen Geistes seien.

Auch der Apostel Paulus habe sein Leben für diese Aufgabe geopfert. Petrus und Paulus seien Vorbilder - "wie auch wir Apostel und Baumeister der Einheit sein können, großzügige Diener der Wahrheit in der Liebe", unterstrich der Papst.

 

Zwei Kardinäle unter den neuen Erzbischöfen

 

Die schmale Stola aus Lammwolle dürfen nur Erzbischöfe tragen, die eine Metropolie leiten. Von den mehr als 3.000 katholischen Bistümern weltweit sind 555 Metropolitan-Erzbistümer.

 

Neun der Kirchenmänner stammen aus Europa, acht aus Nordamerika, sieben aus Lateinamerika, sechs aus Asien, vier aus Afrika und einer aus Australien. Aus dem deutschen Sprachraum erhielt der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl das Pallium.

 

Aus Europa wurden je drei Erzbischöfe aus Italien und Polen mit dem Rangabzeichen bedacht. Dabei bildeten die neuen Leiter der Erzbistümer von Lodz, Konrad Krajewski, und Krakau, Grzegorz Rys, Sonderfälle: Beide sind bereits Kardinäle. Krajewski war zuvor knapp 13 Jahre Almosenmeister des Papstes.

 

Aus Brasilien, dem Land mit dem größten Katholikenzahl, erhalten vier neue Erzbischöfe das Pallium. Aus Nordamerika wurden je vier Geistliche aus Kanada und den USA geehrt, darunter der neue Erzbischof von New York, Ronald Hicks.