Köln (KNA) – Viele kennen es von Reisen ins Ausland: Für den Besuch einiger Kirchen müssen Touristinnen und Touristen Eintritt zahlen. Der Kölner Dom zieht nun nach. Mit sechs Millionen Besucherinnen und Besuchern gehört das Weltkulturerbe zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Wer künftig wie viel zahlen muss.
Wie hoch ist der Eintritt und wer muss ihn zahlen?
Touristische Besucherinnen und Besucher müssen künftig in der Regel 12 Euro Eintritt zahlen. Wer eine Kerze anzünden oder beten will, kann das weiterhin kostenfrei tun. Für diese Personen ist ab Mittwoch der Nordeingang des Kölner Doms vorgesehen. Von dort aus haben sie jedoch nur eingeschränkten Zugang zur Kirche. Eine Gesinnungsprüfung beim Einlass wird es laut Dompropst Guido Assmann nicht geben. Sprich: Wer mal kurz in den Dom schauen will, kann das über den Nordeingang tun, wird dann aber nicht alles sehen. Auch für Gottesdienstbesucher bleibt der Dom kostenfrei geöffnet - über das Nordportal und zu größeren Gottesdiensten auch über das Hauptportal im Westen.
Wer bekommt sonst noch kostenfreien Eintritt?
Gratiszugang erhalten zudem Kinder bis 13 Jahre sowie Menschen mit Schwerbehinderung und eine Begleitperson. Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins müssen ebenfalls keinen Eintritt für die Kathedrale zahlen, weil sie sich mit ihren Mitgliedsbeiträgen bereits an deren Erhalt beteiligen. Für jeden gratis geöffnet ist der Dom zudem am 1. Mai, am 3. Oktober, in der Langen Nacht der Kirchen in Köln, während der Dreikönigswallfahrt und zum Dreikönigsfest - also am 6. Januar bis zum darauffolgenden Sonntag.
Für wen gelten Ermäßigungen?
Ermäßigte Tickets für 6 Euro erhalten Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende, Studierende, Begleitpersonen von Schulgruppen und Inhaber von Sozialpässen aus allen nordrhein-westfälischen Kommunen. Rentnerinnen und Rentner müssen den vollen Preis zahlen.
Gibt es Kombi-Tickets?
Nein, wer das Domschatzmuseum besuchen oder eine Turmbesteigung machen möchte, muss extra zahlen. Auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Gruppenführung müssen zusätzlich den Eintritt entrichten.
Zu welchen Uhrzeiten kann man den Dom besuchen?
In der Regel zwischen 10.00 Uhr und 17.45 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen zwischen 13.30 Uhr und 16.30 Uhr. Der Einlass schließt 15 Minuten früher.
Wo können Touristinnen und Touristen das Ticket kaufen?
Seit dem 15. Juni können sie online unter www.koelner-dom.de die Tickets kaufen. Zudem gibt es eine Kasse im Kurienhaus am Roncalliplatz nahe des Doms. Sie ist zwischen 9.00 und 17.30 Uhr besetzt.
Sind 12 Euro Eintritt viel?
Nein, findet Domrendant Clemens van de Ven. "Ganz im Ernst: Was bekommen Sie für 12 Euro Gegenwert?" Mehrere Museen in Köln seien deutlich teurer. Trotzdem: In Deutschland sind Zugangsgebühren für Kirchen nach wie vor ungewöhnlich. Eine Ausnahme ist der Berliner Dom. Die evangelische Kirche kostet 15 Euro Eintritt - pro Jahr. Das Ticket für den Kölner Dom ist nur für einen einmaligen Besuch gültig. Im Ausland müssen Touristen allerdings oft tiefer in die Taschen greifen. So verlangt die Sagrada Família in Barcelona 26 Euro pro Besuch.
Warum wird das Eintrittsgeld überhaupt eingeführt?
Mit dem Eintritt sollen die Einnahmen von Deutschlands bekanntester Kirche verbessert werden. Der Dom verursacht nämlich mehr Kosten als Einnahmen. Für das laufende Jahr sind Ausgaben von 16 Millionen Euro geplant, die Finanzierungslücke beträgt 4 Millionen Euro. Derzeit besuchen sechs Millionen Menschen pro Jahr den Dom. Mit Einführung der Tickets wird sich diese Zahl jedoch vermutlich verringern. Das war so zumindest bei anderen Kirchen zu beobachten.
