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Experte: Katholiken in den USA gewinnen an Einfluss

Köln (KNA) – In den USA gewinnen Katholiken nach Einschätzung des Theologen und Buchautors Benjamins Dahlke an Einfluss. Für das späte 18 Jahrhundert, also die Gründungsphase der Vereinigten Staaten, gehe man 30.000 Katholiken bei einer Gesamtbevölkerung von knapp unter vier Millionen Menschen aus, sagte Dahlke am Montag in der Sendung "Tag für Tag" des Deutschlandfunks. Das sei ein Anteil von weniger als ein Prozent.

 

Die Vereinigten Staaten feiern derzeit den 250. Jahrestag ihrer Gründung. Auf der politischen Bühne galten Katholiken lange als Randgruppe. Erst mit Präsident John F. Kennedy bekleidete von 1961 bis 1963 ein Katholik das höchste Amt des Landes.

 

"Katholische Supermehrheit"

 

Heute sei unterschiedlichen Schätzungen zufolge jeder vierte oder fünfte US-Amerikaner katholisch. "Dann reden wir von weit über 60 bis hin zu 70 Millionen Menschen", sagte Dahlke. Im politischen System seien Katholiken derzeit sogar überrepräsentiert. 30 Prozent der Kongressmitglieder seien katholisch. Im Supreme Court, dem Obersten Gerichtshof, gebe es "eine katholische Supermehrheit": Dort seien sechs von neun Richtern katholisch.

 

"Das ist erstaunlich", so der Theologe, dessen Buch "One Nation under God. Der US-Katholizismus und die Politik" unlängst erschienen ist. "Die Katholiken sind nicht nur in der Mitte der Gesellschaft angekommen, sondern sie bestimmen das gesellschaftliche Leben und eben auch sehr stark die Politik."