
Bamberg (kem) – Die letzten Umzugskartons sind inzwischen verräumt und auch, wenn die Wände noch recht kahl wirken und es ab und an noch „Kinderkrankheiten“ zu beheben gibt, ist der Diözesanverband der Katholischen Arbeitnehmerbewegung angekommen. „Wir sind arbeitsfähig“, sagt Sophia Drabek. Als Assistenz der Geschäftsführung war sie in den letzten Wochen gemeinsam mit ihrem Chef, Ralph Korschinsky vor allem damit beschäftigt, umzuziehen, einzuziehen und einzurichten.
Im April verließ die KAB ihre angestammten Büros in der Ludwigstraße – direkt gegenüber des Bamberger Bahnhofs – und zog ins Gewerbegebiet zwischen Bamberg und Hallstadt. Dort, wo einst der St. Otto-Verlag seinen Sitz hat, haben nun Korschinsky und sein Team neue Räume. An den Verlag erinnert einzig noch eine alte Druckerpresse im Foyer im Erdgeschoss. Aktuell ist diese aber mit Planen zugedeckt, denn in dem Haus, das der Emeritenanstalt der Erzdiözese Bamberg gehört, herrscht noch Baustellen-Flair. „Als wir hier eingezogen sind, mussten wir noch unsere Kartons über Bretter in die Büros jonglieren“, erinnert sich Korschinsky. Inzwischen sei es aber so, dass man gut im Haus erreichbar ist, und dank der großen Schilder an der Straße und der Klingelschilder am Eingang auch gefunden werde.
Doch die Erreichbarkeit ist es, die dem KAB-Geschäftsführer ein wenig Sorgen bereitet. „Früher waren wir gerade für Menschen, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, doch deutlich leichter erreichbar. Dafür haben wir jetzt mehr Möglichkeiten, Menschen, die mit dem Auto kommen, einen Parkplatz zu bieten.“ Wie sich diese Situation auf die Arbeit der KAB auswirken wird, mag Korschinsky aber noch nicht beurteilen. „Aktuell kann ich zumindest bei den Beratungsterminen noch keinen Einbruch erkennen.“
Ob dies auch bei Veranstaltungen, die künftig im Konferenzzimmer der KAB auf demselben Stockwerk stattfinden werden, auch so sein wird, wird die nahe Zukunft zeigen. Wir bieten ab sofort wieder mehrere Kurse an, die wir aufgrund unseres Umzugs erst einmal zurückgefahren haben. Und wir wünschen uns, dass die Interessierten uns auch am neuen Standort finden und besuchen.“
Neben der KAB haben auch die Arbeitnehmerpastoral des Erzbistums, das Kolpingwerk, die Beratungsstelle bei Konflikt und Mobbing in der Arbeitswelt sowie die ökumenische Arbeitslosenberatung „Die Idee“ ihre Büros am Laubanger bezogen. „Wir wollten hier wieder ein Zentrum für Arbeitnehmer schaffen“, betont Korschinsky. Hier findet man gebündelt eine Anlaufstelle für alle, die Fragen oder Probleme im Bereich Arbeitswelt haben. „Bei uns kommt es nicht selten vor, dass jemand einen Termin bei der Arbeitslosenberatung hat und man im Gespräch feststellt, dass das Ganze auch eine Renten-Komponente hat. Dann kann man die Person einfach weitervermitteln, ohne dass sie auch nur das Stockwerk wechseln muss.“
Damit sei man einzigartig in Bamberg, weiß Korschinsky. „Wo sonst findet man eine Sozialberatung, Rentenberatung, Beratung zum Arbeitsrecht, Arbeitslosenberatung und Beratung in beruflichen Konfliktsituationen an einem Ort“, fragt er. Nicht einmal die Gewerkschaften böten dies so umfassend und vor allem für alle Menschen an. „Wenn jemand eine Rentenberatung braucht, muss er nicht bei uns Mitglied sein. Da haben wir schon ein Alleinstellungsmerkmal und sind auch ein Aushängeschild für das Erzbistum Bamberg.“
Auch Menschen, die kirchenferner seien, würden zu den Beratungsterminen kommen und seien dann ganz erstaunt, dass die Kirche so etwas anbiete. „Wir sind damit ein wichtiger Dienstleister der katholischen Kirche im Bereich Arbeitswelt“, so der KAB-Geschäftsführer.
Und mit ein bisschen mehr Bildern an den Wänden und weniger Baustellen rundherum, werden sich nicht nur die Beratenen, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicher schnell heimisch fühlen am neuen Standort.
