
Frensdorf (kem) – Schauspieler, bereit? Kamera ab, Ton ab, Klappe – und Action! Für drei Tage war das Bauernmuseum Bamberger Land in Frensdorf Drehort für einen Film der besonderen Art. Gemeinsam mit Andres Müller und Karin Stöhr von der Medienwerkstatt „bildban.de“ produzierten Schülerinnen und Schüler der Von-Lerchenfeld-Schule in Bamberg, einen eigenen Film. Dieser hatte nun „Weltpremiere“ im Bauernmuseum.
Dabei waren die 13 Jugendlichen nicht nur unterstützend tätig, wie Müller bei der Premiere erklärte: „Ihr habt nicht uns geholfen. Nein, wir durften euch unterstützen“, so Andres Müller, „und das hat unglaublich viel Spaß gemacht“. Seit nunmehr 20 Jahren arbeiten der Medienpädagoge Müller und die professionelle Fotografin Stöhr mit Kindern und Jugendlichen bei Filmprojekten zusammen. Und es ist laut eigener Aussage, der erfüllendste Teil ihrer Arbeit. „Ich habe schon in der Allianz-Arena hinter der Kamera gestanden und große Seminare gegeben, aber mit euch zusammenzuarbeiten macht einfach glücklich“, so Müller. „Mein Herz schlägt hier.“
Vom Entwickeln einer Geschichte über das Schreiben der Dialoge, das Aussuchen der Kostüme und das Bedienen der Kamera sowie natürlich das Agieren vor der Kamera – alles übernahmen die Schülerinnen und Schüler der Von-Lerchenfeld-Schule, die ein Teil des Katholischen Bildungszentrums in Bamberg ist und sich an Kinder und Jugendliche mit Hörschädigungen richtet, selbst. Einzig den Schnitt des Films übernahm ein professioneller Cutter.
Der Stolz war am Premierenabend dann auch allen Protagonisten anzusehen. Vor einem Publikum aus Eltern, Lehrkräften sowie dem neuen ersten Bürgermeister Frensdorfs, Mario Miguletz, durften sie noch einmal erklären, wie sie auf die Idee für den Film kamen, wie die Arbeit vor und hinter der Kamera war und was es mit dem „Greenscreen“ auf sich hatte.
Und dann war es endlich soweit. Das Licht im Saal wurde gedimmt, der Projektor lief los und „Das Feuer im Fischerhof“ lief das erste Mal vor Publikum. Der knapp zehnminütige Film zeigt, wie drei Jugendliche einen Brand auf einem Bauernhof, der vor 100 Jahren passierte, mithilfe eines alten Tagebuchs und trotz der Streiche von kleinen Geistern aufklären wollen.
Nach Aufführung gab es tosenden Applaus für die Schauspielerinnen und Schauspieler, denen dann Andres Müller noch etwas Besonderes präsentieren konnte. Denn wie bei großen Hollywood-Blockbustern, lief natürlich auch bei der Von-Lerchenfeld-Produktion nicht immer alles glatt. Die Jugendlichen wünschten sich daher einen kleinen „Outtake-Film“, der ihnen auch prompt serviert wurde.
Mit der Filmvorführung endete ein insgesamt siebentägiges Projekt zwischen der Von-Lerchenfeld-Schule und der „bildban.de“. Gefördert wurde es von der Landesmedienzentrale Bayern und unterstützt durch das Bauernmuseum Bamberger Land. Die Premiere sah Andres Müller dann auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zum einen freute er sich, dass das Ergebnis so toll wurde, zum anderen sei er aber auch traurig, dass die gemeinsame Zeit mit den Jugendlichen nun schon vorbei ist. Müller verglich seine Rolle abschließend mit der eines Reiseleiters, der keine Ahnung hat, wohin die Reise gehen soll. „Es war immer sehr spannend und hat uns viel Spaß gemacht.“
