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Grundlegende Arbeit mit und für die Menschen

Am Erdbebenmahnmal in Gyumri setzt Erzbischof Herwig Gössl ein Zeichen des stillen Gedenkens an die Opfer des verheerenden Erdbebens von 1988. Foto: dbk
Am Erdbebenmahnmal in Gyumri setzt Erzbischof Herwig Gössl ein Zeichen des stillen Gedenkens an die Opfer des verheerenden Erdbebens von 1988. Foto: dbk

Eriwan (pm/dbk) – Mitte Juni ist die Reise einer Delegation der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz in die Republik Armenien zu Ende gegangen. Die Delegation hielt sich seit dem 8. Juni in der Hauptstadt Yerewan sowie in der nördlichen Region Gyumri auf. Im Mittelpunkt des Besuchs standen Hilfs- und Unterstützungsprojekte der Caritas Armenien, der Austausch mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Begegnungen mit Menschen, die von den Angeboten der Caritas profitieren. Dabei wurden insbesondere die schwierige Situation vieler Geflüchteter und die bis heute spürbaren Folgen des verheerenden Erdbebens von 1988 deutlich.

 

Die Caritas Armenien ist ein bedeutender Akteur im Bereich der sozialen Arbeit und leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Unterstützung von Menschen in Konflikt- und Krisensituationen. Der Vorsitzende der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Stephan Burger, zeigte sich beeindruckt von der Arbeit vor Ort: „Wir haben ein außerordentlich großes Engagement erlebt. Zugleich wurde deutlich, wie viele Menschen auf diese Unterstützung angewiesen und wie dankbar sie dafür sind. Es beeindruckt mich immer wieder, die Caritas als eine weltumspannende Familie zu erfahren.“ Begleitet wurde Burger von seinem Stellvertreter als Kommissions-Vorsitzenden, dem Bamberger Erzbischof Herwig Gössl. Mit dabei waren auch Weihbischof Dr. Christian Würtz als Mitglied der Kommission sowie Beraterinnen und Berater der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz, sowie die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa. 

 

Diese betonte die nachhaltige Bedeutung der Projekte: „Die Caritas in Armenien trägt mit Infrastrukturmaßnahmen, humanitärer Hilfe und Bildungsprogrammen wesentlich zur Entwicklung der Region bei. Seit 30 Jahren wird sie dabei vom Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes – Caritas International – in enger Zusammenarbeit mit den deutschen Diözesen unterstützt. Gerade für kleine Länder, die umgeben von großen Rivalen immer wieder Angst haben unter die Räder zugeraten, ist die verlässliche Verbundenheit der deutschen Partner ein Hoffnungsanker.“

 

Neben den Besuchen der Caritas-Projekte nutzte die Delegation die Reise zu Gesprächen mit Vertretern von Kirche und Gesellschaft. Auf dem Programm stand unter anderem die Begegnung mit dem Katholikos der Armenisch-Apostolischen Kirche, Seiner Heiligkeit Karekin II., an dessen Sitz in Etchmiadzin. Gespräche fanden auch mit dem Apostolischen Nuntius in Armenien und Georgien, Erzbischof Ante Jozi, sowie dem Erzbischof der armenisch-katholischen Kirche und Präsidenten der Caritas Armenien, Kevork Noradounguian, statt. Bereits direkt zu Beginn der Reise hatte die Delegation der Opfer des Genozids an den Armeniern von 1915 in der Gedenkstätte Zizernakaberd in Yerevan gedacht.

 

Unmittelbar nach den Parlamentswahlen in Armenien wurde in den Gesprächen deutlich, dass sowohl die historischen Erfahrungen des Genozids als auch die Krisen und Konflikte der jüngeren Vergangenheit tiefe Spuren in der Gesellschaft hinterlassen haben. Viele Menschen sehnen sich – gerade verbunden in ihrer kulturellen und religiösen Identität – nach sozialen und wirtschaftlichen Perspektiven sowie einer sicheren und friedlichen Zukunft. 

 

Erzbischof Burger unterstrich den unverzichtbaren Wert des caritativen Wirkens: „Die Arbeit der Caritas dient der Ermutigung, der Versöhnung und dem Frieden. Die Bedeutung von Bildung, Nächstenliebe, Dialog und Verständigung hat Papst Leo XIV. zuletzt eindrucksvoll in seiner Enzyklika Magnifica humanitas bekräftigt. Deshalb ist es unerlässlich, diese grundlegende Arbeit mit und für die Menschen weiterhin tatkräftig fortzusetzen.“