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Aus "Gartenwerk" wird "Gartenkost"

Vom Schulgarten über den Kochtopf direkt auf den Tisch. Bambergs Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp (links) zeigte sich begeistert von den Rezepten aus dem „Gartenkost“-Kochbuch der Erlöserschule. Foto: Benjamin Kemmer
Vom Schulgarten über den Kochtopf direkt auf den Tisch. Bambergs Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp (links) zeigte sich begeistert von den Rezepten aus dem „Gartenkost“-Kochbuch der Erlöserschule. Foto: Benjamin Kemmer

Bamberg (kem) – Schon im Jahr 2023 hat sich die Erlöserschule in Bamberg einen kleinen eigenen Schulgarten unter dem Motto „Gartenwerk“ angelegt. In diesem züchten die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung einer Lehrkraft ihr eigenes Gemüse. Jetzt haben sie die nächste Stufe gezündet: Sie ernten Tomaten, Paprika und Salat nicht nur, sie verarbeiten ihre – im wahrsten Sinn - Früchte der Arbeit gleich weiter. In der schuleigenen Küche werden wöchentlich leckere Gerichte von der Kochklasse der Mittelschule gezaubert. Viele dieser Gerichte haben es nun in ein eigens veröffentlichtes Kochbuch mit dem Titel „Gartenkost“ geschafft.

 

Lehrerin Judith Sander geht an diesem Vormittag von Kochtopf zu Kochtopf. Sie rührt um, schmeckt ein wenig ab und lobt immer wieder ihre Schülerinnen und Schüler. Heute steht das arabische Gericht Shakshuka auf dem Speiseplan. Zu deutsch konnte man es mit „Mischung“ übersetzen. Passend, denn mit Tomaten, Zwiebeln, Paprika und Eiern sieht das Ganze wie ein buntes Potpourri aus. Shakshuka steht genauso wie neun andere Gerichte im „Gartenkost“-Kochbuch. 

 

Doch heute stehen nicht nur die Jugendlichen am Herd, es haben sich auch prominente Gäste zum Kochen angekündigt: neben dem ehemaligen Schulleiter Eugen Kügler sind dies SPD-Stadtrat, Heinz Kuntke sowie Bambergs Zweiter Bürgermeister und Sozialreferent Jonas Glüsenkamp. Gemeinsam kochen sie das Gericht, das im arabischen und nordafrikanischen Raum gerne zum Frühstück genossen wird. Auch Ferit – einer der jungen Köche – kennt ein ähnliches Gericht von Zuhause. „Mit meiner Mutter kochen wir oft Menemen, das ist auch eine Eierspeise mit Tomaten und Paprika. Ganz ähnlich zu dem hier.“ Kochen macht dem jungen Mann genauso Spaß, wie vielen anderen, wobei Shakshuka schon zu seinen Lieblingsgerichten aus dem Kochbuch zählt. 

 

Klassenkameradin Jasmin ist ebenfalls angetan von der Mischung aus Paprika, Tomaten und Eiern. „Aber mein absoluter Favorit aus dem Kochbuch ist der Skyrkuchen. Der ist super lecker.“ Am Kochen mit ihren Freundinnen und Freunden findet sie besonders den Spaß, den sie gemeinsam haben, toll. Außerdem gefällt ihr das gemeinsame Essen. Dem aktuellen Gericht gibt sie eine acht von zehn. 

 

Dass viel Spaß beim Kochen mit dabei ist, merkt auch Jonas Glüsenkamp. Angesprochen auf seine eigenen Kochkünste gibt sich der Bürgermeister aber eher defensiv. „Ich bin da mehr der norddeutsche Typ“, verrät Glüsenkamp. „Bei uns gibt es beim Kochen immer drei Komponenten, wobei eine immer Fleisch und eine immer Kartoffel ist. Nur die dritte Komponente ist frei wählbar“, erzählt er mit einem Schmunzeln. 

 

Trotzdem hat auch er an diesem Tag viel Spaß beim Zubereiten des Gerichtes. Beeindruckt zeigt er sich davon, wie selbstverständlich die jungen Leute den Kochlöffel schwingen, würzen aber auch gleich immer alles wieder sauber machen und abspülen. „Wenn ich zuhause mal koche, dann schaut bei mit im Nachhinein die Küche aus wie ein Schlachtfeld“, resümiert er. 

 

Nach gut 45 Minuten Kochzeit ist die Shakshuka fertig und kann genossen werden. Gemeinsam sitzen alle neben dem Schulgarten auf Bierbänken im Freien und essen. Mit dabei ist auch die Künstlerin Karin Bergdolt. Sie hat vor drei Jahren nicht nur den Schulgarten durch ihre Spezialisierung auf nachhaltige Kunstprojekte mitgestaltet, sondern auch das Kochbuch gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern illustriert. „Wir haben uns entsprechend zum Gemüse, das im Garten wächst, immer wieder andere Gestaltungsformen überlegt, mal wurde gemalt, mal gestempelt, mal eine Collage gebastelt“, so die Künstlerin. Entstanden ist so mehr als die bloße Aneinanderreihung von Rezepten. „Es ist ein Magazin, in dem man stöbern soll, deswegen gibt es auch keine Seitenzahl.

 

Gefördert wurde das Kochbuch „Gartenkost“ als eines der letzten Projekte des im vergangenen Jahr ausgelaufenen Förderprogramms „MitMachKlima“ der Stadt Bamberg. Und hier schließt sich der Kreis. Denn das „Gartenwerk“ war 2023 eines der ersten geförderten Projekte.