· 

Rentenkommission mit Empfehlungen - Caritas begrüßt Paket

Berlin (KNA) – Die Rentenkommission übergibt an diesem Dienstag ihre 33 Empfehlungen an Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundessozialministerin Bärbel Bas (SPD). Im Anschluss ist eine Pressekonferenz geplant, bei der das Gremium seine Vorschläge erläutern will. Diese sehen unter anderem vor, dass die gesetzliche Rente langsam steigen und an die künftige Lebenserwartung gekoppelt werden soll. Zudem soll die "Rente mit 63" abgeschafft werden.

 

In einer Stellungnahme begrüßt die Caritas das Paket. "Angesichts der gestiegenen Lebenserwartung und der unausweichlich drohenden Verschiebungen auf dem Arbeitsmarkt, die mit dem Einsatz von KI einhergehen, erwartet die Kommission zurecht, dass in der Rente etliche Stellschrauben gleichzeitig angepackt werden", erklärte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa. Nur mit einer breiten Reformagenda aus einem Guss könne die Rentenversicherung ihr Leistungsversprechen morgen und übermorgen einlösen.

 

Entlastungen für Beitragszahler

 

Konkret äußerte sich Welskop-Deffaa zum Vorschlag der Kommission, das Renteneintrittsalter regelhaft mit der steigenden Lebenserwartung zu verknüpfen. Diese Maßnahme bringe mittelfristig wirksame Entlastungen für die Beitragszahler. Es sei konsequent, parallel auch die Altersgrenzen einer früheren Verrentung und der Altersteilzeit anzupassen. Zugleich lobt sie die vorgeschlagenen Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente. Gerade für Menschen mit schlechter Ausbildung und in prekären oder körperlich anspruchsvollen Jobs gelte, dass sie ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen oft nicht über das 60. oder 65. Lebensjahr hinaus ausüben könnten.

 

Ausdrücklich unterstützt die Caritas das Zielbild der Kommission, eine einheitliche Erwerbstätigenversicherung zu schaffen, in die alle Berufstätigen gleichermaßen einzahlen. "Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Berufe, Branchen und Beschäftigungsformen erfahren durch den Einsatz von KI dynamische Verschiebungen mit neuen Sicherungslücken", so Welskop-Deffaa. Die Rente müsse KI-resilient gemacht werden.

 

Risiken für Altersarmut minimieren

 

Die obligatorische Einbeziehung neuer Selbstständiger in die gesetzliche Rente sei ein notwendiger erster Schritt, um neue Altersarmutsrisiken abzuwehren. Auch die ausnahmslose Rentenversicherungspflicht für Minijobber sei eine drängende Frage der Gerechtigkeit. Jeder eingezahlte Beitrags-Euro müsse dazu führen, dass die Rente über das Grundsicherungsniveau steigt.

 

Die von der Kommission empfohlene Flankierung der gesetzlichen Rente durch eine gesetzliche Kapitalrente solle dazu beitragen, das Vertrauen der jungen Generation in die Rente zu stärken. Es sei gut, dass die Beiträge direkt von der Deutschen Rentenversicherung eingezogen und in einem Staatsfonds mit niedrigen Verwaltungskosten angelegt werden sollen. Nun müsse die Politik die notwendigen gesetzgeberischen Schritte so umsetzen, dass das Vertrauen in die Rente für alle gestärkt werde.