Wigratzbad (KNA) – Die traditionalistische Priesterbruderschaft Sankt Petrus meldet den stärksten Weihejahrgang ihrer Geschichte. Am Samstag wurden in Lindenberg im Allgäu 13 Männer zu Priestern geweiht, wie die Petrusbrüder auf ihrer Website mitteilten. Schon Ende Mai waren demnach zwölf Kandidaten des amerikanischen Priesterseminars der Petrusbruderschaft in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska zu Priestern geweiht worden.
Die Weihen spendete den Angaben zufolge Marc Aillet, Bischof von Bayonne in Frankreich. Die Neupriester stammten ebenfalls von dort sowie aus Portugal, Österreich, Polen, Kroatien, Italien, Schweden, Tschechien und Ungarn. Vier von ihnen sollen künftig im deutschsprachigen Distrikt der Priesterbruderschaft eingesetzt werden. Dessen Sitz befindet sich im südbayerischen Wigratzbad; der Weihe-Ort Lindenberg liegt von dort wenige Kilometer entfernt.
Die Priesterbruderschaft Sankt Petrus wird dem konservativen katholischen Spektrum zugeordnet. Sie gilt als papsttreu, aber kritisch bezüglich der Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Die Petrusbrüder haben nach eigenen Angaben weltweit etwa 580 Mitglieder. In Wigratzbad befindet sich das älteste Priesterseminar der Petrusbrüder und das weltweit erste kanonisch errichtete Haus der Gemeinschaft.
Bischof nennt Maria als Vorbild
In seiner Predigt stellte Bischof Aillet die Gottesmutter Maria als Vorbild des priesterlichen Lebens heraus, wie es weiter hieß. Er habe die Weihekandidaten zudem zur unverbrüchlichen Einheit mit dem Papst aufgerufen. Nur in dieser Treue könne ihr Dienst zum Segen und zum Heil der Seelen werden.
In diesem Punkt unterscheiden sich die Petrus- von den Piusbrüdern, einer anderen traditionalistischen Priestergemeinschaft. Die Gründung der Petrusbrüder war einst eine Reaktion auf den Bruch der Priesterbruderschaft Sankt Pius X. mit Rom durch unerlaubte Bischofsweihen am 30. Juni 1988.
Unerlaubte Bischofsweihen geplant
Die Piusbrüder wollen nun am 1. Juli erneut ohne päpstliche Erlaubnis Bischöfe weihen. Damit würden sie nach geltendem Kirchenrecht eine Spaltung vollziehen und wären automatisch exkommuniziert, also aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen.
Besonderes äußeres Merkmal der Bruderschaft mit nach eigenen Angaben rund 1.000 Mitgliedern ist ihr Festhalten an Gottesdienstformen des 16. Jahrhunderts. Ihren internationalen Sitz hat sie in Menzingen in der Schweiz. In der Vergangenheit gab es Gespräche zu einer Wiedereingliederung der Piusbrüder in die Kirche; sie blieben aber ergebnislos.
