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Israel-Botschafter: "Kirchen haben starke moralische Stimme"

Aachen (KNA) – Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, setzt im Vorgehen gegen Antisemitismus auch auf die Kirchen in Deutschland. "Die Kirchen haben eine starke moralische Stimme", sagte Prosor der Kirchenzeitung für das Bistum Aachen. Er wünsche sich, dass die Kirchen "jeden Antisemitismus klar benennen und verurteilen, ganz unabhängig davon, aus welchem politischen oder religiösen Milieu er kommt".

 

Dazu gehöre derzeit vor allem "Wachsamkeit gegenüber dem modernen Antisemitismus, der sich allzu oft als Antizionismus tarnt". Wenn das Existenzrecht Israels delegitimiert oder dämonisiert werde, sei das Judenhass und keine legitime Kritik mehr, sagte der Botschafter. "Gerade von den Kirchen wünsche ich mir hier die moralische Klarheit, diese Grenze scharf zu ziehen und laut zu widersprechen."

 

Brücken bauen statt Gräben vertiefen

 

Prosor betonte, ihm machten insgesamt die vielen Menschen Hoffnung, die Brücken bauten statt Gräben zu vertiefen. "Die Vernunft und die Mitmenschlichkeit sind da. Wir müssen sie noch viel lauter und sichtbarer machen." Er ergänzte: "Ob Christen oder Juden: Unsere Freiheiten müssen von jeder Generation neu verteidigt werden. Und manchmal beginnt das mit etwas ganz Einfachem: dem Mut, Hass zu widersprechen, wenn andere schweigen."