· 

Anglikaner-Oberhaupt zeigt sich solidarisch mit Palästinensern

Birzeit (KNA) – Die anglikanische Erzbischöfin von Canterbury Sarah Elisabeth Mullally hat ihre Solidarität mit inhaftierten palästinensischen Christinnen bekundet. "Ich bete für die Freilassung aller zu Unrecht Inhaftierten, hier in Palästina und in Israel sowie überall auf der Welt", sagte sie im Anschluss an einen Besuch bei Layan Nasir im palästinensischen Birzeit am Sonntagabend. Die 26-jährige palästinensische Anglikanerin war im Mai nach wiederholter Inhaftierung aus dem israelischen Gefängnis Damon bei Haifa freigelassen worden.

 

Weitere Christin in Haft

 

Zuvor hatte Mullally, die Oberhaupt der Anglikanischen Gemeinschaft ist, die Eltern von Natalie Abudayyeh getroffen. Die evangelisch-lutherische Palästinenserin war Anfang Juni unter Waffengewalt von israelischen Soldaten aus ihrer Wohnung in Birzeit festgenommen worden und befindet sich seither in israelische Verwaltungshaft.

 

Der lutherische Ortsbischof Imad Haddad sowie weitere Bischöfe hatten die Festnahme kritisiert und Christen weltweit dazu aufgerufen, sich mit allen verfügbaren Mitteln für die Freilassung der jungen Frau sowie für ein "Ende dieses ungerechten und ungleichen Systems von Festnahmen und Inhaftierungen" einzusetzen.

 

Bei einem Gottesdienst in der anglikanischen Sankt-Peter-Kirche in Birzeit hatte Erzbischöfin Mullally der Gemeinde versichert, dass sie ihre Rolle nutzen werde, "den Frieden, den ihr euch wünscht, und die Freiheit, die ihr verdient", anzustreben. Sie rief die Gläubigen dazu auf, die christliche Hoffnung als Akt des Widerstands zu begreifen. Sie sei sich bewusst, "welch hohen Preis es kostet, Jesus hier in diesem Land nachzufolgen, das die Heimat unseres Erlösers war" und in dem die Menschen heute um Freiheit und Würde kämpften.

 

Solidarität mit Heiliglandchristen

 

Mullally bereist auf ihrem fünftägigen Pastoralbesuch bis Mittwoch gemeinsam mit dem anglikanischen Erzbischof von Jerusalem, Hosam Naoum, das Heilige Land. Auf dem Programm stehen Besuche in christlichen Einrichtungen und Gemeinden sowie Treffen mit Kirchenführern. Die 64-Jährige war im März als erste Frau an der Spitze der Anglikanischen Gemeinschaft in ihr Amt eingeführt worden.