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"Das passt am besten zu mir"

Dass er in Zeiten wie diesen Priester wird, ist Daniel Hartmann kein Grund zur Sorge. Am 27. Juni wird der 26-Jährige von Erzbischof Herwig Gössl zum Priester geweiht. Foto: Andreas Kuschbert
Dass er in Zeiten wie diesen Priester wird, ist Daniel Hartmann kein Grund zur Sorge. Am 27. Juni wird der 26-Jährige von Erzbischof Herwig Gössl zum Priester geweiht. Foto: Andreas Kuschbert

Ansbach (ku) – Als Jugendlicher hat er stets Kirche als nahbar und freundlich erlebt, seine Familie war und ist kirchlich engagiert. „Ich habe schon lange mit dem Gedanken gespielt, Priester zu werden“, sagt Daniel Hartmann im Gespräch mit dem Heinrichsblatt. Aber auch Pharmazie zu studieren, wäre für ihn eine Option gewesen. „Ich habe ja zwei Chemiker im Haus“, sagt der 26-Jährige lachend. Doch er hat sich dafür entschieden, Priester zu werden und wird nun am Samstag, 27. Juni, im Bamberger Kaiserdom von Erzbischof Herwig Gössl geweiht.

 

Geboren im März 2000 in Kaiserslautern, wuchs Daniel Hartmann in Aichach auf, wo er eine lebendige Gemeinde erlebte und Kirche ein fester Bestandteil seiner Familie war. Nach seiner Erstkommunion wurde Hartmann Ministrant und blieb dies 16 Jahre lang. Als er in der Oberstufe am Gymnasium in Herzogenaurach war – dorthin war die Familie inzwischen umgezogen – , „habe ich mir wieder die Frage gestellt, was ich will und was ich kann“, erzählt der 26-Jährige. Und er kam zu der Erkenntnis, dass er Priester werden möchte. „Das passt am besten zu mir.“

 

So besuchte er eine Informationsveranstaltung des Bamberger Priesterseminars und fühlte sich danach in seinem Beschluss bestärkt. Nach dem Abitur ging Daniel Hartmann ins Priesterseminar, besuchte ein Jahr lang das Propädeutikum. „Ich habe den direkten Weg gewählt und bin kein Quereinsteiger“, sagt der künftige Priester mit einem Lächeln und mit Blick auf viele seiner Mitbrüder, die vor ihm geweiht wurden. 

 

So wurde Hartmann der letzte Bamberger Theologiestudent, der noch in Würzburg studierte, ehe es zum weiteren Studium nach München ging, wo er auch seinen Abschluss machte. Sein Freijahr verbrachte er in Rom. „Ich bin meinem Regens dankbar, der mit den Impuls dazu gab“, erzählt er. In Italien wollte er sein Freijahr verbringen, Bozen-Brixen wäre eine Möglichkeit gewesen. „Aber Regens Sauer meinte, wenn schon Italien, dann Rom.“

 

Das Jahr in der Ewigen Stadt genoss er nach eigener Aussage in vollen Zügen. „Das hat meinen Horizont enorm geweitet, denn ich bin mit vielen Menschen aus aller Herren Länder zusammengekommen.“ Um die Zeit auch genießen zu können, „habe ich zuvor mehr studiert, in Rom dann etwas weniger“. 

 

Seit September 2024 ist Daniel Hartmann in der Pfarrei St. Ludwig Ansbach sowie im Seelsorgebereich Ansbach Stadt und Land tätig – anfangs als Praktikant, seit September 2025 als Diakon. „Ich genieße die Zeit hier durchaus“, sagt er und er kann die Zeit dort auch nach seiner Priesterweihe genießen. Denn entgegen der bislang üblichen Praxis, dass der Neupriester als Kaplan in eine neue Pfarrei kommt, bleibt Daniel Hartmann für ein weiteres Jahr in Ansbach. 

In der Pfarrei ist der Priesteramtskandidat – neben Taufen, Beerdigungen und Hochzeiten – vor allem auch in der Kinder- und Jugendarbeit tätig, kümmert sich um die Erstkommunionvorbereitung und gibt Unterricht. „Im kommenden Schuljahr werde ich wahrlich eine 10. Klasse unterrichten. Darauf freue ich mich schon jetzt.“

 

Dass er in Zeiten wie diesen Priester wird, ist Daniel Hartmann kein Grund zur Sorge. „Es wird sich in Zukunft einiges ändern und wir werden uns von manch Liebgewonnenen Abschied nehmen müssen“, blickt er in die Zukunft. „Wir haben als Kirche schon andere Zeiten durchgemacht“, sagt er mit Blick auf die Kirchengeschichte. „Japan hat es geschafft, 200 Jahre ohne Priester zurecht zu kommen. Da werden wir es auch schaffen, auch wenn wir immer weniger Priester haben.“ Und Hartmann ist davon überzeugt: „Der Herr wird seine Kirche auch weiter durch die Zeiten führen.“ 

 

Als Priester ist für Daniel Hartmann wichtig, auch weiterhin die Gläubigen in ihrem Leben zu begleiten, von der Taufe bis zum Tod. Dass dies auch weiterhin in einem eher evangelisch geprägten Gebiet stattfinden wird, in dem die katholische Kirche der „Juniorpartner“ ist, ist für Daniel Hartmann kein Problem. „Die konkrete Arbeit vor Ort unterscheidet sich nicht von der in eher katholischen Gebieten. Ich erlebe hier ganz normale Kirchengemeinden, die ihren Glauben leben. Auch hier haben wir regelmäßige Bittgänge, zum Beispiel von Ansbach nach Herrieden.“