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Nürnberger Sebalduskirche: Besuchereinbruch wegen Eintrittsgeld

Nürnberg (KNA) – Seit rund einem Monat müssen Touristen Eintritt für die berühmte Sebalduskirche in der Nürnberger Innenstadt zahlen - fünf Euro, ermäßigt die Hälfte. Die Folge: ein Besuchereinbruch um etwa 50 Prozent. Das sagte Martin Brons, der Pfarrer des evangelischen Gotteshauses, der "Süddeutschen Zeitung". Das sei jedoch nur eine Momentaufnahme, so Brons. "Eine erste ernsthafte Evaluierung wird man erst nach August machen können."

 

Außerdem bekomme die Kirche selbst bei diesem Einbruch mehr Geld zusammen als früher: "Wir haben unterschiedliche Szenarien entworfen", erklärte der Pfarrer. "Einbruch von 25 Prozent, von 50 Prozent, von 75 Prozent. Selbst bei einem Einbruch von 75 Prozent würden wir finanziell besser dastehen als zuvor, weil wir - über Spenden - pro Kirchenbesucher bislang nur 30 Cent bekommen haben."

 

Brons betonte, es mache keinen Spaß, Eintritt für das Gotteshaus zu erheben. "Aber wir sind eine kleine Kirchengemeinde und müssen für den Bauerhalt aufkommen." Jedes Jahr benötige man 350.000 Euro allein für Wartung und Pflege. "Es geht nicht mehr. Wir mussten handeln. Sonst hätte in zwei Jahren womöglich eine Schließung der Kirche im Raum gestanden." Die Zuschüsse würden nicht mehr, im Gegenteil. "Wenn wir verantwortungsvoll mit unseren Gebäuden umgehen wollen, dann gibt es keine andere Lösung."

 

Neue Haltung beim Gang durch die Kirche

 

Der Geistliche ergänzte, die Menschen gingen jetzt, da der Besuch etwas kostet, mit einer anderen Haltung in die knapp 800 Jahre alte Sebalduskirche. "Ich glaube: Weil sie etwas bezahlt haben, muss es ihnen auch selbst etwas wert sein." Sein Eindruck sei, die Leute gingen nun bewusster durch den Kirchenraum. "Die Atmosphäre dort hat sich geändert. Es ist ruhiger geworden, dem Ort angemessener. Es setzen sich mehr Menschen hin, schauen und staunen."

 

Auch andernorts ist Kirchen-Eintrittsgeld ein aktuelles Thema. So werden für den weltberühmten Kölner Dom ab 1. Juli zwölf Euro für Touristinnen und Touristen fällig, ermäßigt wiederum die Hälfte. Auch im Rheinland wurden die Erhaltungskosten des Doms als Grund für den Schritt angeführt. Gottesdienstbesucher und Betende haben in Nürnberg wie in Köln weiterhin gratis Zutritt zur Kirche.