München (KNA) – An der medizinischen Versorgung fehlt es ebenso wie an barrierefreien Angebote: Menschen mit Behinderung, die in Flüchtlingslagern leben, treffen die Kürzungen bei der humanitären Hilfe stark. Darauf macht die Hilfsorganisation Handicap International anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni aufmerksam.
Viele Geberländer haben ihre Beiträge zur humanitären Hilfe drastisch gekürzt, während der Bedarf weiter steigt, wie Handicap am Donnerstag in München mitteilte. Internationale Hilfe sei jedoch für Menschen mit Behinderungen, die oft zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen gehörten, überlebenswichtig.
"Die Kürzung der Mittel für humanitäre Hilfe hat für Menschen mit Behinderungen, die in Flüchtlingslagern leben, eine Krise innerhalb der Krise ausgelöst", sagte Pauline Nadim-Ducos, Landesleiterin von Handicap International im ostafrikanischen Uganda. Betroffen von Streichungen seien so essenzielle Dinge wie barrierefreie Transportmöglichkeiten, die orthopädische Versorgung und die Lebensmittelverteilung.
Betteln und Prostitution als Folge
Gerade Flüchtlinge mit Behinderung bräuchten finanzielle Unterstützung, berufliche Bildung und die Förderung von Arbeitsmöglichkeiten, um sich selbst versorgen zu können, hieß es weiter. "Als direkte Folge der gekürzten Mittel bleibt ihnen nichts anderes übrig, als auf gefährliche Alternativen zurückzugreifen: Verzicht auf Mahlzeiten, Kinderarbeit, Betteln oder sogar Prostitution."
Nadim-Ducos ergänzte: "Das Ausmaß dieser Kürzungen hat jahrelange Fortschritte bei der Inklusion zunichtegemacht." Die Helferin fügte hinzu, ohne dringende Maßnahmen drohe der Zugang der Betroffenen zu grundlegenden Rechten irreversibel beeinträchtigt zu werden.
Handicap International ist nach eigenen Angaben in rund 60 Ländern aktiv. Die Organisation setzt sich demnach insbesondere für bessere Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung und eine Welt ohne Minen und Streubomben ein.
