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Bis zu sieben Millionen Muslime leben in Deutschland

Nürnberg (KNA) – In Deutschland wächst die Zahl der Muslime. Laut einer neuen Hochrechnung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) lebten im Jahr 2025 zwischen 6,6 und 7 Millionen Musliminnen und Muslime in der Bundesrepublik. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt damit zwischen 8,0 und 8,5 Prozent.

 

Gegenüber der letzten Hochrechnung für das Jahr 2019 entspricht dies einem Anstieg um 1,6 bis 1,8 Prozentpunkte. Damals gab das Bamf die Zahl der Muslime in Deutschland mit 5,3 bis 5,6 Millionen an. Ein wichtiger Grund für den Zuwachs sei die Zuwanderung aus islamisch geprägten Staaten, darunter auch aus Krisenregionen des Nahen und Mittleren Ostens, erklärte Anja Stichs, Wissenschaftlerin am Bamf-Forschungszentrum.

 

Türkeistämmige weiterhin größte Gruppe

 

Der Islam ist nach dem Christentum weiterhin die zweitgrößte Religionsgemeinschaft in Deutschland. Die Studie verweist zugleich auf eine wachsende Vielfalt innerhalb der muslimischen Bevölkerung. Demnach stellen Muslime türkischer Herkunft mit 39,4 Prozent zwar nach wie vor die größte Gruppe, doch knapp 30 Prozent der Muslime stammt inzwischen aus arabischsprachigen Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas. Zudem zählen Südosteuropa und der Mittlere Osten zu den Herkunftsregionen.

 

Im Jahr 2008 hatten türkeistämmige Muslime noch einen Anteil von 64,4 Prozent an der muslimischen Bevölkerung in Deutschland. Bis 2025 sank dieser Wert auf 39,4 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil von Muslimen mit Wurzeln im Nahen Osten von 8,3 auf 21,7 Prozent. Das Bamf führt diese Entwicklung insbesondere auf die Fluchtmigration aus Syrien und dem Irak seit der Mitte der 2010er Jahre zurück.

 

Höchster Anteil in Bremen und Hamburg

 

Auch regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Die höchsten Anteile muslimischer Religionsangehöriger verzeichnen die Stadtstaaten Bremen und Hamburg mit jeweils 12,5 bis 13,2 Prozent der Bevölkerung. Überdurchschnittlich hohe Werte weisen zudem Nordrhein-Westfalen und Hessen auf. Deutlich geringer ist der Anteil in Ostdeutschland. In Sachsen liegt er laut Hochrechnung lediglich zwischen 0,9 und 1,0 Prozent.