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Einflussreicher Kardinal Ruini verstorben

Rom (KNA) – Kardinal Camillo Ruini, einer der einflussreichsten Kirchenmänner Roms und Italiens, ist tot. Der aus Modena stammende Geistliche starb am Dienstagabend im Alter von 95 Jahren in Rom. Als Stellvertreter des Papstes für das Bistum Rom gehörte Runi von 1991 bis 2008 zu den engsten Mitarbeitern von Papst Johannes Paul II. und später von Benedikt XVI. Gleichzeitig leitete er bis 2007 die große Italienische Bischofskonferenz.

 

Als deren Vorsitzender bestimmte Ruini die Linie der Kirche in Gesellschaft und Politik. In seiner Zeit durchlief Italien große Veränderungen wie den Zerfall der Partei "Democrazia Cristiana", der jahrzehntelangen Verbündeten der katholischen Kirche des Landes. An die Stelle des katholischen Blockdenkens setzte Ruini danach das "kulturelle Projekt" einer kirchlichen Durchdringung von Staat und Gesellschaft jenseits der Parteigrenzen.

 

Unterstützer von Silvio Berlusconi

 

Nach dem Niedergang der Christdemokraten Mitte der 1990er Jahre stützte Ruini den langjährigen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi (1936-2023). An der Wahl von Joseph Ratzinger zum Papst im Jahr 2005 war Ruini entscheidend beteiligt.

 

Nach der Emeritierung betraute Benedikt XVI. den Kardinal 2010 mit der Leitung der Untersuchungskommission für die Vorgänge im Marienwallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina. Wiederholt meldete sich Ruini zu aktuellen Vorgängen in Italien zu Wort und trat auch im Ruhestand weiter für eine Beteiligung der Kirche am politischen Diskurs ein.