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Bischof Meier verteidigt Kirchenschließungen im Bistum Osnabrück

Osnabrück (KNA) – Der Osnabrücker Bischof Dominicus Meier hat die zunehmende Zahl von Kirchenschließungen in seinem Bistum als notwendige Folge gesellschaftlicher und kirchlicher Veränderungen verteidigt. "Es gibt weniger Priester und hauptamtliches Personal - aber auch weniger Gläubige in den Gemeinden", sagte er im Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

 

Die Katholiken im Bistum machten gerade noch 22 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. "Diese Veränderung muss ich wahrnehmen." Meier steht seit September 2024 an der Spitze des Bistums Osnabrück. Dazu gehören knapp 490.000 Katholiken im westlichen Niedersachsen und in Teilen Bremens.

 

Gemeinschaft wichtiger als Immobilien

 

Der Bischof warb dafür, Kirche nicht auf Immobilien zu reduzieren. Der wichtigste Wert sei die Gemeinschaftserfahrung. "Kommt die noch zustande mit wenigen Leuten in einer großen Kirche?", fragte Meier. "Ich glaube, wir brauchen Erfahrungsorte, wo die Menschen merken: Das, was ihnen wichtig ist, geht im Zusammenschluss besser." Als Beispiele nannte er die Männerwallfahrt nach Rulle oder die Krankenwallfahrt nach Lage (beides Landkreis Osnabrück). "Diese Orte prägen etwas. Da kommen Menschen zusammen und erfahren Gemeinschaft."

 

Meier räumte ein, die Schließung von Kirchen löse bei vielen Menschen Verlustgefühle, Verärgerung und Wut aus. "Niemand nimmt diese Veränderungen leicht." Es gebe aber auch Mut und Aufbruchstimmung, wenn bei einer Gemeindeversammlung etwa eine Jugendliche sage: "Wollen wir verbleibende Zeit nicht lieber nutzen, um hier bei uns am Ort etwas Neues zu gestalten?"

 

Gemeinden sollen selbst über Gebäude entscheiden

 

Der Bischof betonte, dass Gemeinden selbst entscheiden müssten, wie sie ihre finanziellen Mittel einsetzen und welche Gebäude langfristig erhalten werden können. Als Beispiel nannte er die Osnabrücker Kirche Sankt Wiho, die 2029 geschlossen werden soll. Die zuständige Pfarrei habe schon früh begonnen, darüber nachzudenken, wie sie ihr Gemeindeleben so gestalten kann, dass man nicht nur halbleere Kirchen hat, sondern Gemeinschaft erfährt.

 

Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich der Bischof trotz sinkender Katholikenzahl optimistisch. Die Kirche werde auch künftig bestehen, sagte Meier. "Vielleicht sogar viel freier, weil sie sich nicht mehr um so viele Immobilien kümmern muss."