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Kirchen zu Vorstoß des Städtetags: Wir tun sehr viel im Sozialbereich

Frankfurt (KNA) – Der Hessische Städtetag will die Kirchen mit festen Vorgaben an sozialen Aufgaben beteiligen - das stößt bei den Betroffenen auf Zurückhaltung. Die evangelischen Landeskirchen von Hessen-Nassau und von Kurhessen-Waldeck betonten auf Anfrage der Katholischen-Nachrichten-Agentur (KNA), sie brächten sich mit großem Engagement in soziale Aufgaben ein - mit Kitas, diakonischen Angeboten, Beratung, Seelsorge und vielen weiteren Angeboten. Ähnlich äußerte sich auch das katholische Bistum Fulda gegenüber KNA.

 

Kita-Garantie nicht in Verantwortung der Kirche

 

Die Landeskirchen erklärten, die knapp 790 Kitas blieben ein wichtiges kirchliches Handlungsfeld, in das man weiterhin bewusst investiere. "Zugleich gilt: Die Verantwortung für die staatliche Platzgarantie liegt nicht bei der Kirche, sondern bei der öffentlichen Hand." Man wolle den Kommunen weiter verlässlicher Partner sein, so die Landeskirchen.

 

Auch das Bistum Fulda hob auf Anfrage den eigenen "erheblichen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur sozialen Infrastruktur" hervor. "Viele soziale Angebote vor Ort wären ohne dieses Engagement, ohne haupt- und ehrenamtlichen Einsatz und ohne die Beiträge von Kirchenmitgliedern sowie Kirchensteuerzahlerinnen und Kirchensteuerzahlern in dieser Form nicht möglich."

 

"Reale Ressourcen" in den Blick nehmen

 

Das Bistum zeigte sich offen für Gespräche, das Zusammenwirken von Staat, Kommunen und kirchlichen Trägern zu stärken. Ausgangspunkt sollten die bestehenden Leistungen, die jeweiligen Zuständigkeiten, die Verantwortung der öffentlichen Hand sowie die realen Ressourcen aller Beteiligten sein. "Das Bistum Fulda ist offen für einen sachlichen Dialog auf Landesebene. Solche Fragen sollten aus Sicht des Bistums vorrangig im direkten Gespräch der Verantwortlichen geklärt werden, mit dem Ziel, soziale Angebote verlässlich zu sichern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken."

 

Der Hessische Städtetag hatte diese Woche vorgeschlagen, dass die kommunalen Spitzenverbände einen "gemeinsamen Rahmen über die personelle und finanzielle Beteiligung der Kirchen bei sozialen Aufgaben" entwickeln. Neben dem Städtetag sind weitere Kommunen sowie die Landkreise in den Spitzenverbänden organisiert.

 

Der Hessische Städtetag ist der Verband der kreisfreien Städte und kreisangehöriger Städte und Gemeinden in Hessen. Er bündelt die Interessen von 83 Städten und Gemeinden. In ihnen wohnen über drei Millionen Menschen, die Hälfte der hessischen Bevölkerung.