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Anselm Grün: Keine theologischen Gründe gegen Frauenpriestertum

Berlin/Münsterschwarzach (KNA) – Der Benediktinerpater und Bestseller-Autor Anselm Grün sieht keine theologischen Gründe gegen das Frauenpriestertum. Auch gegen die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare spräche theologisch nichts, sagte Grün in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Zeitung "Welt". Mit der Ablehnung der Segnung Homosexueller nehme der Papst Rücksicht auf die Kirche in Afrika. Und: "Die Ostkirchen würden sich sofort abspalten, wenn wir Frauen zum Priestertum zulassen würden."

 

Als Lösung schlägt der Ordensmann vor, die Weltkirche stärker zu regionalisieren. "Wir müssen lernen, mit verschiedenen Theologien in den unterschiedlichen Kulturen umzugehen." Zugleich hoffe er, dass es zu Aufweichungen bei festgefahrenen Positionen komme.

 

Anselm Grün: "Kirche ist immer politisch"

 

Mit Blick auf die gesellschaftliche Rolle der Kirche sagte Grün: "Die Kirche ist immer politisch." Doch das bedeute für ihn nicht, ständig Ratschläge zu geben oder Politiker zu bewerten. Ihn störten moralisierende Predigten, die besserwisserisch daherkämen, als wüssten sie die Lösung für jede gesellschaftspolitische Frage.

 

Statt von oben herab zu predigen, müsse die Kirche vielmehr "zuhören, was die Menschen bewegt, die jungen wie die älteren, ihre Ängste entdecken, wahrnehmen, was ihnen Inhalt gibt", so Grün. So könne sie gerade als kleiner werdende Glaubensgemeinschaft in einer säkularen Gesellschaft eine authentische und lebendige Gemeinschaft sein, die das Leben ihrer Mitglieder bereichert.