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Autor beklagt Sprachlosigkeit im Hinblick auf den Islam

Köln (KNA) – Entweder Schweigen oder pauschale Abwertung: Der Autor Hasnain Kazim wünscht sich einen anderen öffentlichen Umgang mit dem Islam. Vor allem in Deutschland, aber auch in Österreich trauten sich viele Menschen nicht, "das zu kritisieren, was zu kritisieren ist", sagte Kazim am Montag im Deutschlandfunk. Auf der anderen Seite stünden pauschale Äußerungen, die den Islam als "kulturfremd" oder gar als "Terrorideologie" ablehnten.

 

Zwar sei es sachlich falsch, wenn Menschen in Umfragen erklärten, in Deutschland dürfe man die eigene Meinung nicht mehr frei äußern. "Aber ich verstehe schon, woher dieses Gefühl kommt", sagte Kazim: Viele befürchteten, "in einer bestimmten Ecke" zu landen, wenn sie sich etwa kritisch zum Islam äußerten.

 

Der Essay "Der Islam und ich" des Autors, der in Wien lebt, ist im Frühjahr erschienen. Es solle eine Stimme mit wohlwollender, aber sachlicher Kritik bieten, erklärte er. Keinesfalls wolle er auf "den" Islam draufhauen - den es in dieser Form gar nicht gebe. Kazim verwies auf weit über eine Milliarde muslimischer Menschen, die in so unterschiedlichen Ländern wie Marokko, Pakistan oder Indonesien lebten - oder in westlichen Communities.

 

Extremismus aller Art bekämpfen

 

Seine Eltern hätten, als sie vor Jahrzehnten nach Deutschland kamen, nicht gedacht, hier unterschiedlichen Formen von Extremismus zu begegnen. "Dass Muslime kommen, ist per se weder etwas Gutes noch etwas Schlechtes", betonte Kazim. Konflikte beobachte er, wenn Menschen aus islamisch geprägten Ländern deren Regeln hierzulande umgesetzt sehen wollten - wenn etwa Mädchen nicht am Schwimmunterricht teilnehmen oder nicht neben einem Jungen sitzen dürften. In solchen Fällen gelte es, die hiesigen Regeln klar zu benennen.

 

Mit seinem Buch wolle er zu solch konstruktiver Kritik ermutigen - auch die vielen weltoffenen Muslime, die er selbst kenne. Er stehe "ganz kurz davor, in die Kirche wieder einzutreten", fügte der 51-Jährige hinzu, der bei Oldenburg geboren und protestantisch getauft und erzogen wurde. Er sei mit 19 Jahren aus der Kirche ausgetreten und betrachte sich als konfessionslos, aber durchaus gläubig: "Ich finde viele Dinge, die die evangelische Kirche macht, gut."