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Damit Gemeinde lebendig bleibt

Ausbildungsleiterin Silke Weiser-Oberkofler und Domkapitular Martin Emge (vorne in liturgischer Kleidung) mit den neuen Gottesdienstbeauftragten. Foto: Christiane Dillig
Ausbildungsleiterin Silke Weiser-Oberkofler und Domkapitular Martin Emge (vorne in liturgischer Kleidung) mit den neuen Gottesdienstbeauftragten. Foto: Christiane Dillig

Bamberg (cid) – 25 Personen haben kürzlich den Ausbildungskurs zum Gottesdienstbeauftragten abgeschlossen. Im Rahmen einer liturgischen Feier in der Bamberger Kirche St. Gangolf erhielten sie ihre Urkunden, die sie zum liturgischen Dienst in Wort-Gottes-Feiern beauftragen. 

 

Die Teilnehmer kommen aus den Dekanaten Bamberg, Bayreuth, Erlangen, Forchheim und Nürnberg und werden in ihren Seelsorgebereichen in Absprache mit den hauptamtlichen kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Zukunft die Vorbereitung und Leitung von sonn- und werktäglichen Wort-Gottes-Feiern übernehmen. Sie können aber auch nach Bedarf weitere Feierformen wie Andachten, Kreuzwege, Betstunden, Bußgottesdienste oder Segensfeiern leiten. Der Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Erzbischöflichen Ordinariat, Domkapitular Martin Emge, würdigte die Bereitschaft der 15 Frauen und zehn Männer, sich ausbilden zu lassen. Ihr Handeln entspreche dem Jahresmotto des Erzbistums: „Du bewegst die Welt!“

 

In den katholischen Pfarrgemeinden brauche es engagierte und beherzte Menschen, die mit anpacken, sagte Sven Döppmann aus Königsfeld. Er möchte dazu beitragen, „dass das kirchliche Leben weiter geht“. Im Kurs habe er viele Menschen kennengelernt, die sich ebenfalls dafür engagieren wollen, dass ihre Pfarreien lebendig bleiben. „Ich möchte meinen Glauben an Gott und die Beschäftigung mit biblischen Texten mit anderen Menschen teilen“, formulierte Maria Prestin aus Pegnitz ihre Beweggründe, sich in ihrer Gemeinde einzubringen.

 

Martin Emge erinnerte die Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer an ihre ersten Gehversuche im Altarraum, die mitunter schon lange zurück liegen. An einen Gottesdienst gebe es Erwartungen, etwa in eine heilige Atmosphäre einzutauchen, durch die Mitfeier etwas geschenkt zu bekommen und etwas für den Alltag mitnehmen zu können. „Sie alle können Licht der Welt und Salz der Erde sein“, erinnerte er an ein Wort der Bibel. Die Aufgabe der Gottesdienstbeauftragten sei nicht, möglichst perfekte Gottesdienste zu halten und mit Weisheit zu glänzen. Ihre Haltung sei die eines Werkzeugs, durch das das Wort Gottes verkündet werde, eines Gottes, der mit den Menschen gehe und ihnen Kraft schenke. Dies rege an zu überlegen, was es für einen selbst bedeute und die eigene Glaubenserfahrung mit anderen zu teilen. Das Bischofswort „Du bewegst die Welt“ solle allen als Ermutigung dienen.

 

„Wertvoll für die Kirche“

 

Pfarrer Stefan Alexander aus Bayreuth bezeichnete den Dienst des Gottesdienstbeauftragten als „wertvoll für die Kirche“. Der Einsatz der Frauen und Männer sei ein Mehrwert und Gewinn für die Gemeinden. Jeder habe einen besonderen Blick auf die Kirche, bringe eigene Erfahrungen etwa in der Familie mit in die Tätigkeit ein.

 

Ausbildungsleiterin Silke Weiser-Oberkofler unterstrich, sie habe die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer als Menschen erlebt, „denen die Gemeinde am Herzen liegt und die sie lebendig erhalten wollen.“

 

Während des Gottesdienstes stellten Pfarrer und pastorale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Pfarreien die Teilnehmer vor. Viele von ihnen sind bereits in den Gemeinden tätig, etwa als Lektoren, Mitglieder in pfarrlichen Gremien, als Kirchenpfleger, Kommunionhelferinnen oder leiten Kinderkircheteams. Ihre Ausbildung erfolgte über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren. In monatlichen Treffen und an einem Studientag ging es unter anderem um Theologie, Dramaturgie, Aufbau, Vorbereitung und Gestaltung der sonn- und werktäglichen Wort-Gottes-Feiern und um den Themenbereich Bibel. Gemeinsam wurde auch eine Feier erarbeitet und reflektiert.

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses kommen auf folgenden katholischen Seelsorgebereichen: Bamberger Osten, Bamberger Westen, Bayreuth, Erlangen, Erlangen Nord West, Fränkische Schweiz, Gügel, Main-Aurach, Neubau, Nürnberg Nord-Ost, Pegnitztal und Steigerwald. Ihre Beauftragung erfolgt zunächst für fünf Jahre für den gesamten Seelsorgebereich. Eine Verlängerung ist danach auf Antrag an die Abteilung Liturgie möglich.

 

Seit über 25 Jahren gibt es in der Erzdiözese Bamberg Kurse für Gottesdienstbeauftragte. Mittlerweile sind 900 Personen für den Einsatz im Bistum geschult worden. Die Qualifizierung liegt in der Hand der Abteilung Liturgie des Erzbischöflichen Ordinariats.