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Paritätischer: 13,3 Millionen Menschen leben in Armut

Berlin (KNA) – Die soziale Spaltung in Deutschland verschärft sich nach Einschätzung des Paritätischen Gesamtverbands. 13,3 Millionen Menschen lebten in Armut, was einer Armutsquote von 16,1 Prozent entspricht, wie der Wohlfahrtsverband am Dienstag in Berlin mitteilte. Im vergangenen Jahr hatte der Paritätische nur 15,5 Prozent der Bevölkerung zu den Armen gezählt, also rund 13 Millionen Menschen.

 

Der jährliche Armutsbericht des Verbands stützt sich auf Daten des Statistischen Bundesamts. Als einkommensarm definiert der Verband Menschen, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben, wobei auch Sozialleistungen einbezogen werden. Zuletzt habe diese Armutsschwelle für Alleinlebende bei 1.445 Euro Nettoeinkommen im Monat gelegen, für eine Familie mit zwei kleinen Kindern bei 3.035 Euro.

 

Manche sind besonders betroffen

 

Unter Menschen ab 65 Jahren liegt die Armutsquote laut dem Bericht mit 19,5 Prozent höher als im Bevölkerungsschnitt. Unter Frauen über 75 Jahren liegt sie bei 21,3 Prozent. Unter Alleinlebenden sind es sogar 30,3 Prozent, unter Alleinerziehenden 28,9 Prozent.

 

Auch regional zeigen sich Unterschiede: In Bayern ist laut Bericht etwa jeder Achte von Armut betroffen, in Sachsen-Anhalt jeder Fünfte und in Bremen jeder Vierte.

 

"Kürzungen verschärfen Krisen"

 

"Wir sehen eine Gesellschaft, die sozial weiter auseinanderdriftet", sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Joachim Rock. Menschen spürten das. "Jetzt immer neue Kürzungen zu diskutieren, schürt Angst und Unsicherheit." Das spiele Populisten und Extremisten in die Hände. Wer zusätzliche Kürzungen betreibe, bekämpfe keine Krisen, sondern verschärfe sie.