
Forchheim (hbl) – Ein Koffer für die letzte Reise“ nennt sich die Ausstellung, die der Hospizverein anlässlich seines 30-jährigen Bestehens im Pfalzmuseum Forchheim noch bis zum 10. Juni zeigt.
„Ein Koffer für die letzte Reise“ ist eine Wanderausstellung, die seit 2006 an verschiedenen Orten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Russland und Mexiko gezeigt wurde. Sie ist das Ergebnis eines Kunstprojekts, das durch den Bestatter Fritz Roth aus Bergisch Gladbach ins Leben gerufen wurde. Er bat ganz unterschiedliche Menschen darum, einen Koffer für ihre „letzte Reise“ zu packen mit den Dingen, die sie für wirklich wichtig halten. Dinge, von denen sie glauben, dass sie sie bis zum Schluss begleiten werden.
Individuell
Fritz Roth bekam etwa 100 gepackte Koffer zurück. Vollgepackte und auch leere, mit erstaunlichen oder auch überraschend komischen Inhalten. Berührende Zeugnisse ganz individueller Lebensentwürfe und der Auseinandersetzung damit, was davon bleiben wird. Jeder Koffer für die letzte Reise gibt einen intimen, berührenden Einblick in die Seele des Menschen, der ihn packte. Dinge des täglichen Lebens, Fotos, Spirituosen, Gedankenzettel, Andenken, Ergebnisse kreativer Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit…
Es sind Inhalte, die nachdenklich machen und vielleicht auch den Betrachter dazu anregen, seinen eigenen Koffer zu packen. Über Fragen nachzudenken, die vielen Menschen früher oder später begegnen: Was ist wirklich wichtig? Wofür lohnt es sich zu leben? Was macht mich als eigenständigen Menschen aus? Was hat mich geprägt, was ist mein Lebensziel?
Von den 100 Koffern sind etwa 80 noch bis zum 10. Juni im Pfalzmuseum Forchheim zu sehen sein. Der Hospizverein begleitet die Ausstellung mit Führungen, Informationen, Beratungen und kleine Aktionen – jeweils von 13 bis 17 Uhr. Dabei geht es zum Beispiel um Palliative Versorgung (Sonntag, 31. Mai), um letzte Hilfe (Donnerstag, 4. Juni, und Dienstag, 9. Juni.), Hospizbegleitung, Ausbildung zum Hospizbegleiter (Samstag 6. Juni) oder Trauer und Kinderhospizbegleitung (Sonntag, 7. Juni). Am Mittwoch, 10. Juni stellt sich der Hospizverein vor.
Zusätzlich gibt es eine Bastelaktion, die immer verfügbar ist: Besucherinnen und Besucher der Ausstellung können einen kleinen Pappkoffer falten und die „letzten Dinge“ ganz persönlich in den Koffer legen und mitnehmen.
Der Hospizverein für den Landkreis Forchheim wurde 1996 durch wenige engagierte Menschen gegründet. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, schwerstkranken und sterbenden Menschen eine letzte Lebensphase gut begleitet und in Würde zu ermöglichen. Diesem Ziel haben sich bis heute rund 350 Vereinsmitglieder angeschlossen. Etwa 100 Menschen sind derzeit aktiv als ausgebildete Hospizbegleiter im Einsatz.
Der Verein bietet auch Beratungen, zum Beispiel zu Patientenvorsorge und Vollmacht oder zu palliativen Angeboten, Trauerbegleitung sowie Kinderhospizbegleitung an und informiert bei Vorträgen, Veranstaltungen und auch in Schulen. Euro.
