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Wo Salomons Siegel blüht

Die Weinranken am Jakobsbrunnen treiben im Mai erste, zarte Blätter. Auch Krüge, die etwa in der Hochzeit zu Kanaa eine Rolle spielten, fehlen im liebevoll gestalteten Bibelgarten nicht. (Ganz unten: Zistrose). Foto: Brigitte Pich
Die Weinranken am Jakobsbrunnen treiben im Mai erste, zarte Blätter. Auch Krüge, die etwa in der Hochzeit zu Kanaa eine Rolle spielten, fehlen im liebevoll gestalteten Bibelgarten nicht. (Ganz unten: Zistrose). Foto: Brigitte Pich

Burghaslach (bp) – Wacholder, Wermut, Raute ... es sind beliebte Würz- und Heilkräuter. Aber Pflanzen der Bibel? Tatsächlich sind es rund 100 Pflanzen vom kleinen Oreganum bis zur vielen Meter hohen Palme, die im Buch der Bücher Erwähnung finden. Einen Eindruck von dieser Vielfalt vermittelt der Bibelgarten in Burghaslach.

 

„Ich war begeistert von den herrlichen Parks in Kanada, die wir während eines Urlaub 1997 gesehen haben“, berichtet Liselotte Schlierf. „Da entstand die Idee, auf unserem Grundstück selbst einen Park anzulegen.“ Und so pflanzten sie schon 1998 die ersten Bäume und Sträucher. Zunächst „nur“ als Schaupark für Kunden ihrer Baumschule. Doch dann fiel Liselotte Schlierf ein Buch über Bibelpflanzen in die Hände und sie stellte fest: „Viele der darin erwähnten Pflanzen haben wir in unserer Baumschule“. Der Bibelgarten nahm seinen Anfang. 

 

Inzwischen hat das Ehepaar Schlierf zwar die Baumschule, auf dessen Gelände Park und Bibelgarten angelegt sind, an einen Nachfolger übergeben; doch der Bibelgarten bleibt ihr Herzensanliegen. Immer wieder wurde der Bibelgarten in all den Jahren erweitert. Da entstand ein kleiner See Genezaret, da ja auch Wasserpflanzen in der Bibel vorkommen, dort kam mit einer Petrus-Terrasse Platz für Kübelpflanzen hinzu. Und immer haben Liselotte Schlierf und ihr Mann Friedhelm Anregungen von Besuchern aufgegriffen oder bekamen etwa von einer befreundeten Baumschule in Italien einen Pistazien- und einen Granatapfelbaum geschenkt. Für ihre Familie seien nicht nur die Pflanzen wichtig, sondern auch die Bibel, betont Liselotte Schlierf. „Ich möchte den Menschen die Geschichten der Bibel näher bringen.“ Dabei gehe es nicht nur um eine Aneinanderreihung verschiedener Gewächse. Die leidenschaftliche Gärtnerin möchte den Besuchern Impulse geben, die Bibel vielleicht nach langer Zeit wieder einmal in die Hand zu nehme, nachzulesen, zu staunen ... . „Bibelkunde macht mir richtig Spaß“. Den Bezug herzustellen zu unserem Leben heute. Denn die Geschichten der Heiligen Schrift sein gar nicht so weit weg, sondern hätten viel mit uns heute zu tun. Mit unseren Ängsten, unserem Scheitern. Etwa, wenn der große Elija unter dem Ginsterbaum sitzt und sterben will. Und die Geschichte uns zeigt, wo wir auch heute wieder Kraft und Mut zum Leben finden. 

 

Groß geschriebene Infotafeln und ein Faltblatt zum mitnehmen informieren über die Pflanze und ihre Bedeutung, beziehungsweise über die entsprechende Bibelstelle. Einen ausführlichen Bericht zur Entwicklung des Bibelgartens und über viele weitere Pflanzen darin lesen Sie im Heinrichskalender 2027.