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Caritas: Nur intakte Gesundheitszentren stoppen Ebola-Ausbreitung

Freiburg/Bonn (KNA) – Caritas international ruft zu raschem und besonnenem Handeln gegen die Ebola-Epidemie in der nordkongolesischen Provinz Ituri und im Grenzgebiet zu Uganda auf. Es sei entscheidend, dass die Ebola-Ansteckungen nicht außer Kontrolle geraten und rasch wieder eingedämmt werden können, erklärte der Leiter des Afrika-Referates, Volker Gerdesmeier, am Donnerstag in Freiburg. Sehr beunruhigend sei, dass Ebola offensichtlich bereits die weiter südlich gelegene Stadt Goma in der Provinz Nord-Kivu erreicht habe. Ein erster Fall sei von dort berichtet worden.

 

Auch das Hilfswerk CARE in Bonn rief die internationale Gemeinschaft dringend auf, die Finanzierung von Hilfsmaßnahmen sicherzustellen. Eine Reduzierung internationaler Hilfsgelder gefährde die Gesundheitsversorgung vor Ort und auch in den Nachbarländern. Damit steige das Risiko für eine Ausbreitung des Virus. - Für die Demokratische Republik Kongo ist es laut CARE bereits der 17. Ebola-Ausbruch seit 1976. Gegen den neuen Virus-Stamm Bundibugyo gibt es noch keine Impfung.

 

Hilfe bei Wasser, Hygiene und Gesundheit

 

CARE bereitet nach eigenen Angaben Hilfsmaßnahmen in den Bereichen Wasser, Hygiene und Gesundheit sowie präventive Aufklärung für bis zu eine Million Menschen vor. Caritas International, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, unterstützt den Kampf gegen die Ausbreitung laut Mitteilung mit 50.000 Euro.

 

Ebola zirkuliert in der Region immer wieder, etwa im Jahr 2019. Damals starben im Nordosten des Kongos mehr als 2.000 Menschen. Gerdesmeier erläuterte: "Ein Problem bei der Eindämmung der Seuche damals wie heute sind die katastrophalen humanitären Zustände in der Region, die durch eine marode Sicherheitslage gegeneinander kämpfender Milizen, durch Unterernährung und ein weitgehend zusammengebrochenes Gesundheitssystem geprägt sind." Wichtig sei, die Gesundheitszentren in Bunia und Goma zu schützen, damit sie sicher weiterarbeiten können.

 

"Ebola ist eine Armutsseuche"

 

Ein weiterer wichtiger Baustein sei Aufklärung vor Ort. Es sei kein Zufall, dass Ebola erneut im Ostkongo ausbricht. "Es ist eine Armutsseuche, die durch unhaltbare hygienische Zustände und eine völlig überforderte Gesundheitsversorgung ausgelöst wird", beklagt Gerdesmeier. Die Region müsse "endlich aus ihrer unsäglichen Lage herauskommen, die durch militärische Gewalt immer weiter eskaliert". Doch dafür müsse die Welt endlich hinsehen. Neben dem Sudan gebe es im Osten des Kongo die größte humanitäre Krise in ganz Afrika.