· 

Digitaler Sozialstaat soll mehr Zeit für Beratung ermöglichen

Berlin (KNA) – Mit einer konsequenten Digitalisierung der Abläufe in Sozialbehörden sollen die Mitarbeiter dort wieder mehr Zeit für persönliche Beratung bekommen. Das ist ein zentrales Ziel der geplanten Sozialstaatsreform der Bundesregierung, zu der am Mittwoch ein weiteres Expertengremium in Berlin die Arbeit aufgenommen hat.

 

Das Gremium soll bis Ende 2027 monatlich tagen und die Digitalisierung der Arbeits- und Sozialverwaltung vorantreiben. Ziel sei ein Sozialstaat, der schneller helfe und einfacher funktioniere. Neben Vertretern der Bundesministerien für Arbeit und Soziales sowie Digitales und Staatsmodernisierung sind auch die Bundesagentur für Arbeit sowie die Länder und Kommunen vertreten.

 

Gegen das Behörden-Labyrinth

 

Man werde einfache digitale Zugänge zum Sozialstaat ermöglichen und das Behörden-Labyrinth abschaffen, sagte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) ergänzte: "Wenn wir Anträge vereinfachen und Prozesse im Hintergrund automatisieren, befreien wir die Behörden von Routineaufgaben und schaffen wieder mehr Zeit für die persönliche Beratung."

 

Geplant ist unter anderem, dass Bürger künftig alle Sozialleistungen einheitlich über ein digitales Portal beantragen können. Verfahren sollen ohne Papierformulare, Postwege und unnötige Termine vor Ort ablaufen, schreiben Bas und Wildberger in einem Gastbeitrag für das Nachrichtenportal t-online. Entscheidungen über Leistungen sollen in menschlicher Hand bleiben.

 

Das sogenannte EUDI-Wallet, "die digitale Brieftasche auf dem Smartphone", solle eine wichtige Rolle spielen, so die beiden Regierungsmitglieder. Mit der App sollen sich Bürger künftig online und offline ausweisen und wichtige Dokumente digital verwalten können. Auch Künstliche Intelligenz soll die Sozialverwaltung entlasten.