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Auschwitz-Besuch - Wüst fordert Kampf gegen Judenhass

Düsseldorf (KNA) – Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat anlässlich seines Besuchs der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zu einem entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit aufgerufen. "Die Botschaft von Auschwitz lautet: 'Nie wieder!' - und sie verpflichtet uns, jeder Form von Antisemitismus, Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung entschieden entgegenzutreten", erklärte Wüst am Mittwoch laut Mitteilung der Staatskanzlei in Düsseldorf.

 

"Auschwitz steht wie kein anderer Ort für das unfassbare Menschheitsverbrechen der Shoah, für millionenfaches Leid, Entmenschlichung und Mord", so der Ministerpräsident. An diesem Ort zeige sich das ganze Ausmaß der brutalen Verbrechen des Nationalsozialismus.

 

"Auschwitz ist nicht Vergangenheit"

 

Wüst besuchte am Mittwoch das ehemalige deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Es liegt bei der polnischen Stadt Oswiecim etwa 70 Kilometer von Krakau entfernt. Der Besuch stand im Zeichen der Erinnerungskultur und historisch-politischen Bildung. Begleitet wurde der Ministerpräsident von der nordrhein-westfälischen Antisemitismusbeauftragten, Sylvia Löhrmann. Die Landesregierung verwies in diesem Zusammenhang auf ihre Maßnahmen gegen Antisemitismus, darunter die Kampagne "#NieWiederIstJetzt" und einen Zehn-Punkte-Plan zum Schutz jüdischen Lebens.

 

Wüst betonte, Erinnerung dürfe nicht bei symbolischen Gesten stehenbleiben. "Auschwitz ist nicht Vergangenheit. Auschwitz ist Verantwortung - für heute und morgen." Mit Blick auf steigende antisemitische Straftaten sprach er von einer dauerhaften Verantwortung des Landes, Bildung und Aufklärung zu stärken.

 

NRW erhöht Förderung für Gedenkstättenfahrten

 

Nach Angaben der Staatskanzlei hat Nordrhein-Westfalen die Förderung von Gedenkstättenfahrten für Schüler seit 2018 schrittweise von zunächst 250.000 Euro auf inzwischen mehr als zwei Millionen Euro jährlich erhöht. Ziel sei es, möglichst allen Jugendlichen während ihrer Schulzeit den Besuch eines ehemaligen Konzentrationslagers oder einer NS-Gedenkstätte zu ermöglichen.

 

Die Zahl der geförderten Teilnehmer sei zuletzt deutlich gestiegen: von rund 9.000 im Schuljahr 2022/23 auf mehr als 19.000 im Schuljahr 2024/25. Künftig sollen auch angehende Lehrer, Polizisten und Rechtsreferendare verstärkt an Gedenkstättenfahrten teilnehmen.

 

Gespräche mit Jugendlichen geplant

 

Im Anschluss an den Besuch der Gedenkstätte wollte Wüst die Internationale Jugendbegegnungsstätte in Oswiecim besuchen und dort unter anderem mit Freiwilligen und dem aus Nordrhein-Westfalen stammenden Pfarrer Manfred Deselaers sprechen. Zum Abschluss ist ein Besuch des Ausstellungspavillons "Gerhard Richter: Birkenau" geplant. Dort werden Werke des Künstlers Gerhard Richter sowie historische Fotografien aus Auschwitz gezeigt.