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Caritas-Chefin warnt vor "Ausverkauf" bei Pflegereform

Berlin (KNA) – Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa warnt vor einer weiteren finanziellen Belastung von Pflegebedürftigen im Zuge der geplanten Pflegereform. Es drohe ein "Ausverkauf der sozialen Absicherung des Pflegerisikos", sagte die Präsidentin des Wohlfahrtsverbands dem "Tagesspiegel". Die Belastung in der stationären Pflege dürfe nicht weiter steigen.

 

Aktuell zahlen Heimbewohner in Deutschland bereits einen Eigenanteil von durchschnittlich rund 3.200 Euro im ersten Aufenthaltsjahr. Von der sozialen Pflegeversicherung erhalten sie Zuschläge, deren Höhe mit der Dauer des Aufenthaltes steigt.

 

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erwägt, den Aufwuchs der Zuschläge zeitlich zu strecken. Die Entlastung um 75 Prozent der pflegebedingten Kosten würde statt heute nach 36 Monaten dann erst nach 54 Monaten erreicht. Das sei ein Zeitpunkt, "den das Gros der Klientinnen und Klienten nicht erreicht", betonte Welskop-Deffaa.

"Nicht hinnehmbares soziales Debakel"

 

Die Caritas-Präsidentin spricht sich auch gegen Pläne aus, die Rentenbeiträge für pflegende Angehörige zu halbieren. "Pflegende Angehörige sind das Rückgrat der Pflege in Deutschland", sagte Welskop-Deffaa. "Ihnen für diese Leistung die Rentenpunkte als zukünftige Absicherung zu kürzen, um heute kurzfristig Einsparpotenziale zu erwirtschaften, ist ein nicht hinnehmbares soziales Debakel."