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Wiener Erzbischof: Beethovens 200. Todestag wird groß begangen

Rom/Wien (KNA) – Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl zeigt sich fasziniert von Werk und Persönlichkeit Ludwig van Beethovens. "Für mich ist Beethoven ein Komponist, der ständig bis an die Grenze geht und nicht selten darüber hinaus", sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Rom. "Diese unbändige Gewalt und Kraft in seiner Musik beeindruckt mich." Beethoven wurde um den 16. Dezember 1770 in Bonn geboren und starb am 26. März 1827 in Wien.

 

Insbesondere die Klaviersonaten seien ein "eigener unergründlicher Kosmos", so der Theologe, der einst Orgel studierte und Klavier spielt. "Da komme ich mir ganz klein mit Hut vor, denn gerade die späten Klaviersonaten sind von technischen Anforderungen höchsten Ausmaßes geprägt, da komm ich dann als Hobbymusiker nicht mehr mit", sagte der seit knapp vier Monaten amtierende Wiener Erzbischof.

 

Der 200. Todestag des Komponisten werde 2027 mit einem starken Konzertprogramm in Österreichs Hauptstadt begangen, so Grünwidl. Unter anderem seien mehrere Auftritte des Pianisten Igor Levit in Wien geplant, auch Beethovens einzige Oper Fidelio werde sicher aufgeführt. Auch für den 250. Geburtstag des deutschen Komponisten im Jahr 2020 waren große Feierlichkeiten angesetzt, in Wien, aber vor allem in dessen Geburtsstadt Bonn. Aufgrund der Corona-Pandemie fanden diese größtenteils jedoch nicht statt.

 

Klavierspielen zur Entspannung

 

Zum Orgelspielen komme er kaum mehr, so der Erzbischof. "Aber ich habe ein Klavier in meiner Wohnung, und ab und zu am Abend, wenn Zeit ist und wenn ich noch Energie habe, setze ich mich ans Klavier und spiele für mich zur Entspannung", gerne Werke von Bach, Schubert, Beethoven, Mozart. "Das ist Musik, die mir Kraft gibt und die ich gut verstehen kann", so der 63-Jährige. Dagegen sei er für die Musik, die beim Eurovision Song Contest (ESC) aufgeführt werde, "schon ein bisschen aus dem Alter heraus". Das sei keine Abwertung, "sondern einfach mein persönlicher Musikgeschmack".

 

Mit Blick auf den ESC, dessen 70. Ausgabe am Wochenende in Wien ausgetragen wird, und die Proteste gegen Israels Teilnahme rief Grünwidl zu Besonnenheit auf. "Musik ist eine Sprache, die die ganze Welt versteht und über religiöse Grenzen hinweg verbindet." Er hoffe, dass der Wettbewerb auch in diesem Sinn völkerverbindend sei.

 

Angebot der Religionen zum ESC in Wien

 

Zur Frage eines Ausschlusses Israels vom ESC wollte sich Grünwidl nicht äußern. Man müsse das "nüchtern und differenziert betrachten". Antisemitismus müsse man "ganz entschieden" entgegentreten, betonte er.

 

Grünwidl verwies auf ein spirituelles Angebot aller Religionsgemeinschaften Österreichs für den ESC. In einem Zelt stünden Vertreter der verschiedenen Religionen für Gespräche und Fragen bereit. Da werde es vielleicht auch um Israel, den Konflikt im Gazastreifen und überhaupt die Stellung Israels gehen, so der Erzbischof. "Dann haben wir Gelegenheit, die Haltung der Kirche deutlich zu machen."