Vierzehnheiligen (gkl) – Seit Jahrhunderten zieht der fränkische Wallfahrtsort Vierzehnheiligen Jahr für Jahr tausende Gläubige an. Mit einem festlichen Gottesdienst wurde nun traditionell das neue Wallfahrtsjahr eröffnet. Seit dem Jubiläumsjahr der Erzdiözese Bamberg im Jahr 2007 markiert dieser besondere Tag den offiziellen Beginn der Pilgersaison. Zahlreiche Gläubige, Freunde des Wallfahrtsortes, Wallfahrten aus der Region und vor allem Wallfahrtsführer aus vielen Pfarreien waren dazu in die Basilika gekommen.
Rund 180 Wallfahrten erreichen jährlich Vierzehnheiligen. Den feierlichen Eröffnungsgottesdienst zelebrierte in diesem Jahr Domkapitular Prof. Dr. Elmar Koziel. Gemeinsam mit Guardian Franziskanerpater Maximilian Wagner und Pfarrer Walter Ries, Leiter des Seelsorgebereichs Gottesgarten, zog er zunächst zum noch geschlossenen Hauptportal der Basilika. Würdevoll angeführt wurde die Prozession vom Kirchenschweizer Daniel Reitz.
Vor zahlreichen Gläubigen sprach Domkapitular Koziel am Hauptportal ein Gebet für eine gesegnete Wallfahrtssaison. Anschließend klopfte er mit dem Stab des Kirchenschweizers dreimal an die große Eingangstür und sprach die lateinischen Worte: „Aperite portas Salvatori domino nostro Iesu Christo“ – „Öffnet die Türen dem Erlöser, unserem Herrn Jesus Christus“. Symbolträchtig öffneten sich daraufhin die Tore der päpstlichen Basilika. Die Türschwelle wurde mit Weihwasser besprengt und mit Weihrauch beräuchert, bevor der liturgische Einzug durch das Hauptportal zum Hochaltar erfolgte. Musikalisch wurde das Hochamt eindrucksvoll gestaltet.
Georg Hagel spielte an der Rieger-Orgel, während der Männerchor des Chorseminars Bamberg unter der Leitung von Maximilian Rüb die Feier festlich umrahmte. In seiner Predigt griff Domkapitular Koziel das diesjährige Wallfahrtsmotto „Hab Mut, steh auf!“ aus dem Markusevangelium (Mk 10,49) auf. Dabei unterschied er eindrucksvoll zwischen Mut und Tapferkeit. Mut sei oft der erste Schritt, der dazu befähige, Neues zu wagen und Herausforderungen anzunehmen. Tapferkeit hingegen zeige sich vor allem dann, wenn schwierige Situationen ausgehalten werden müssten – in Zeiten von Angst, Schmerz oder Zweifel.
