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Oster: Christliches Menschenbild prägt westliche Demokratien

Köln/Passau (KNA) – Die stabilen Demokratien des Westens sind nicht ohne das jüdisch-christliche Bild vom Menschen denkbar. Davon ist der Passauer Bischof Stefan Oster überzeugt, wie er im Podcast "Frings fragt!" von domradio.de und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) sagte. Allerdings habe er wegen der derzeitigen Entwicklung die Sorge: "Wir sägen da gerade an unserem eigenen Ast, auf dem wir gewachsen sind." ZdK-Generalsekretär Marc Frings unterhält sich in diesem Format regelmäßig mit einem Gast.

 

Die katholische Kirche stehe für ein Menschen-, Gottes- und Weltbild, das die Würde jedes Menschen hochhalte, betonte der Bischof. Ein jeder Mensch habe eine Würde, auch wenn einem das unmittelbare Gegenüber als der "letzte Typ" erscheine. Dazu komme, dass Gott der Vater aller Menschen sei und diese einander als Geschwister verbunden seien. Darauf habe Papst Franziskus in seiner 2020 erschienenen Enzyklia "Fratelli tutti" hingewiesen. Doch je weniger dies geglaubt werde, umso mehr nähmen die Partikularismen, das Gegeneinander und der Gruppenegoismus zu.

 

Mediendynamik geht Richtung Skandal

 

Miteinander zu streiten sei wichtig, sagte Oster. Man sollte sagen, wovon man überzeugt sei, aber dabei nicht dem, der anders denke, eine drüberhauen. Die Mediendynamik gehe jedoch derzeit in eine andere Richtung, stellte der früher als Rundfunkjournalist tätige Bischof fest. Im Vordergrund stehe das Gewinnen von Klicks, die Skandalisierung, die Emotionalisierung und die Polarisierung.

 

Er selbst nutze ja die Medien und merke, wie die zugespitzte Überschrift immer mehr Aufmerksamkeit gewinne, hielt Oster fest. Auch in den eigenen, kirchlichen Medien werde das zum Teil praktiziert. "Schon haben wir etwas von unserer Gesprächskultur verloren, für die wir eigentlich stehen müssten." Der Bischof ist nach eigenen Angaben auf Facebook unterwegs. Wenn er dort manche Kommentare unter Christenmenschen lese, lasse sich oftmals erkennen. "Wir sind keinen Deut besser als der Rest der Gesellschaft."