Würzburg (KNA) – Er ist fünf mal fünfeinhalb Meter groß, erst rund 25 Jahre alt und laut den Verantwortlichen viel zu schade fürs Depot: Das Museum des Bistums Würzburg schließt vorübergehend für eine Sanierung - und sucht daher ein neues Zuhause für den sogenannten Kemberger Altar, wie die Pressestelle am Dienstag mitteilte.
Gesucht wird demnach deutschlandweit ein Ort für eine öffentliche Präsentation, etwa ein Museum oder eine Kirche. Der Altar solle Wertschätzung und Aufmerksamkeit erfahren, sagte Sammlungskurator Christoph Deuter. Idealerweise sollte er von beiden Seiten zugänglich sein, empfahl er. Eine sakrale Nutzung sei "möglich und sinnvoll". Laufzeit für die Leihgabe sollen etwa 10 bis 25 Jahre sein, mit Option auf Verlängerung. Wegen seiner Größe könne man den Altar "nicht mal eben so" ausleihen.
Eigentlich als Cranach-Ersatz gedacht
Der Kemberger Altar wurde laut Mitteilung in den Jahren 2000/01 von dem Künstler Michael Morgner gestaltet. Er sollte eigentlich den historischen Hochaltar von Lucas Cranach dem Jüngeren von 1565 in der Marienkirche in Kemberg bei Wittenberg ersetzen, der 1994 abgebrannt war.
Doch dann war ein anderer Künstler beauftragt worden, weshalb Morgner den Altar dann für das Museum umsetzte. Seine Flügel können auf verschiedene Weise geklappt werden und zeigen Kreuzigung und Auferstehung Jesu.
