München (KNA) – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält nichts davon, den Staatsvertrag mit der katholischen Kirche in Rom neu zu verhandeln. Noch vor zwei Jahren habe man das 100-jährige Bestehen des Konkordats gemeinsam als große Errungenschaft gefeiert, erinnerte Söder in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Christian Gärtner, hatte Söder jüngst aufgefordert, dies zu tun. Der Ministerpräsident sollte dafür sorgen, dass die bayerischen Katholiken endlich eine Mitsprache bei der Ernennung ihrer Bischöfe erhielten. "Da können wir im Synodalen Weg noch so viele Beschlüsse fassen, die Initiative dazu müsste aus der Politik kommen", fügte Gärtner hinzu.
Söder an Katholikenkomitee: Direkt an Papst wenden
Söder empfahl dem Chef des obersten katholischen Laiengremiums im Freistaat, sich mit diesem Anliegen direkt an den Heiligen Vater zu wenden. Der Landeskomitee-Vorsitzende habe auf den Papst sicher mehr Einfluss als ein bayerischer Ministerpräsident.
Unter der Bezeichnung Synodaler Weg hatten Bischöfe und Katholiken in Deutschland in den vergangenen Jahren einen Reformdialog geführt. Zu den zentralen Beschlüssen zählte, auch Laien an der Wahl eines Bischofs zu beteiligen. Auch die Weltsynode sprach sich im Herbst 2024 für mehr Mitsprache der Basis aus.
Papst ernennt Bischöfe zumeist direkt
In den meisten Ländern der Erde werden Bischöfe bisher direkt vom Papst ernannt. Das gilt auch für die sieben Bischöfe in Bayern. In Bayern beschränkt sich die Mitwirkung an der Ernennung bisher auf unverbindliche Vorschläge, die überdies Bischöfen und Domkapiteln vorbehalten sind.
Geregelt ist dieses Verfahren im Bayerischen Konkordat von 1924. Das ist ein völkerrechtlicher Vertrag zwischen dem Freistaat und dem Heiligen Stuhl. Er kann nur geändert werden, wenn beide Seiten damit einverstanden sind.
