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Sonderausstellung zu Georg Friedrich Theiler

Ebermannstadt (bp) – In die Welt hinaus zog es ihn nie. Immer blieb er seiner fränkischen Heimat treu und kehrte auch nach seiner Lehre zum Bildhauer in Bamberg bald wieder zurück nach Ebermannstadt. Nun, im Jahr seines 200. Todestages am 25. Februar 1826 ehrt die Heimatstadt Georg Friedrich Theiler mit einer Sonderausstellung im Heimatmuseum, begleitet von Vorträgen und Stadtführungen. Diese entstanden in Zusammenarbeit mit dem Kulturkreis Ebermannstadt und der VHS-Forchheim.

 

Natürlich ist da viel zu erfahren über den Werdegang und die Biografie des Künstlers, der am 29. Dezember 1748 als Sohn eines Seilermeisters in der St. Nikolauskirche in Ebermannstadt getauft wurde. Doch auch Einblicke in  eine sich verändernde Zeit  erhalten Ausstellungsbesucher. In die Umbrüche in der Gesellschaft vom 18. ins 19. Jahrhundert, in die Probleme, die sich aus dem Wandel ergeben haben zum Beispiel durch die Auflösung der Zünfte oder die veränderte Ausstattung der Kirchenräume, der Rückgang der Nachfrage an sakraler Kunst. Einblicke, die Infotafeln und Videotafeln vermitteln und die zahlreiche Exponate von der Pistole über Münzen und Werkzeuge des Bildhauers bis hin zur prachtvollen Bibel lebendig werden lassen. Skizzen und Skulpturen runden die Würdigung Theilers ab. Zeichnungen etwa von Kaiser Heinrich und Kunigunde und des Heiligen Wendelins, eine kleine Figurengruppe aus Kalkmörtel, der Entwurf eines Rokoko-Altars um 1795.  

 

Der immerwährende Theiler-Raum des Heimatmuseums bietet auf einer Video-Tafel zum Beispiel die Möglichkeit Theilers Stammbaum aufzurufen oder lässt den Besucher im Farbenrezeptbuch blättern. Hier ist auch ein Blick in die Ebermannstadter Marienkapelle und die von Theiler geschaffene Ausstattung machbar. Die Strahlenmadonna der Kapelle zählt zu den Höhepunkten in Theilers Schaffen.

 

In der ganzen Fränkischen Schweiz finden sich Theilers  hauptsächlich sakrale Werke – und darüber hinaus. Beispiele sind Kirchen in Kirchschletten, Bühl oder Simmelsdorf im Landkreis Nürnberg.

 

Seine Ausbildung begann  Georg Friedrich Theiler zur Hochzeit der barocken Bildhauerkunst um 1766.  Schon während seiner Lehrzeit in der Bildhauerwerkstatt von Franz Martin Mutschele in Bamberg, zeigte er sein besonderes Geschick für den Werkstoff Holz. Um 1780 ging er als Geselle zurück nach Ebermannstadt und arbeitete dort selbstständig als Schnitzer. Doch verfügte er weder über eine größere Werkstatt, noch über einen Meistertitel. Zunehmend übernahm er auch – in Zusammenarbeit mit anderen Handwerkern – die koordinierende Leitung ganzer Kirchenausstattungen. 

Dank regionaler Förderer blieb Theiler bis heute unvergessen.